Burning Crown ist für mich ein Fantasy-Reihenstart, auf den ich mich eigentlich gefreut habe – der mich am Ende aber eher enttäuscht zurückgelassen hat.
Der Anfang war noch spannend und hat mich neugierig gemacht. Aber relativ schnell hatte ich das Gefühl, dass mir etwas fehlt, vor allem beim Worldbuilding. Ich wusste oft nicht so genau, wo ich eigentlich bin oder wie diese Welt funktioniert. Dadurch konnte ich mir vieles einfach nicht richtig vorstellen und bin nie ganz in der Geschichte angekommen.
Auch die politischen Geschehnisse fand ich schwierig nachzuvollziehen. Es wird zwar gesagt, dass der neue König die Gesetze geändert hat und Drachenwandler jetzt unterdrückt werden, aber das passiert alles irgendwie sehr schnell und ohne wirklichen Hintergrund. Mir hat da einfach das „Warum“ gefehlt.
Irgendwie hatte ich beim Lesen auch das Gefühl, dass trotz über 400 Seiten gar nicht so viel passiert. Es gibt zwar einzelne Ereignisse, aber insgesamt fehlte mir eine klare Entwicklung oder ein roter Faden, der mich wirklich durch die Geschichte trägt.
Vielleicht ist das Ganze auch bewusst so aufgebaut und dient eher als Grundlage für die nächsten Bände, was auch die sehr geheimnisvolle Stimmung erklären würde. Trotzdem fand ich es schade, dass dadurch die eigentliche Geschichte im ersten Band etwas zu kurz kommt.
Yessa fand ich ebenfalls etwas schwierig. Sie wird als stark dargestellt, aber wirkte auf mich oft unsicherer, als ich erwartet hätte – gerade dafür, dass sie frisch zur Generalin befördert wird. Klar spielt der Verlust ihrer Schwester eine Rolle, aber trotzdem hat sich das für mich nicht ganz stimmig angefühlt.
Auch Cassim bleibt sehr verschlossen, wodurch ich zu ihm kaum eine Verbindung aufbauen konnte.
Die Liebesentwicklung konnte mich leider auch nicht wirklich überzeugen. Es gibt zwar eine Anziehung, aber emotional hat mir da einfach etwas gefehlt. Vieles wird eher angedeutet, statt wirklich gezeigt und genau das hat es für mich schwierig gemacht, mitzufühlen.
Das Ende war dann aber nochmal ein Wendepunkt in der Geschichte. Der Cliffhanger ist gut gemacht und hat dafür gesorgt, dass ich dem zweiten Band wahrscheinlich trotzdem eine Chance geben werde.
Für mich ein eher durchwachsener Reihenstart. Gute Ansätze sind da, aber es fehlt an Tiefe, vor allem beim Worldbuilding und bei den Figuren. Trotzdem genug Neugier, um wissen zu wollen, wie es weitergeht.