„Zwei in einem Bild“ von Morgan Pager hat mich vor allem wegen seiner ungewöhnlichen Grundidee angesprochen: Menschen, die in Gemälden existieren, und eine Protagonistin, die Zugang zu dieser Welt hat. Dieses Konzept ist wirklich reizvoll. Besonders spannend fand ich die gedanklichen Fragen, die das Buch aufwirft: zu Kunst, Wahrnehmung, Bewusstsein und zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Schreibstil ist dabei angenehm schlicht und gut zugänglich.
Was für mich allerdings nicht ganz aufgegangen ist, ist die eigentliche Handlung. Während ich anfangs noch gut mitgehen konnte, wurde die Geschichte im Verlauf zunehmend weniger stimmig. Einige Entwicklungen wirkten konstruiert oder nicht ganz durchdacht, wodurch mein Interesse gegen Ende deutlich nachgelassen hat. Gerade weil die Ausgangsidee so stark ist, fällt es umso mehr auf, wenn die Umsetzung nicht ganz mithalten kann.
Trotz dieser Schwächen finde ich das Buch insgesamt lesenswert – vor allem für alle, die sich für Kunst und ungewöhnliche Erzählansätze interessieren. Es ist kein rundes Gesamtwerk, aber eines, das zum Nachdenken anregt und durch seine Originalität im Kopf bleibt.