Der Roman hat mich durch seine ruhige, feinfühlige Erzählweise sehr berührt. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie aus einer zunächst anonymen Hausgemeinschaft erst durch einen Schicksalsschlag echtes Miteinander entsteht. Als eine alleinerziehende Mutter plötzlich ihren Sohn nicht mehr allein betreuen kann, wird spürbar, wie nahe Verantwortung und Menschlichkeit beieinanderliegen.
Ohne zu moralisieren, zeigt die Geschichte, wie vorsichtige Distanz langsam in Solidarität übergeht. Die Figuren wirkten auf mich glaubwürdig und vielschichtig, die Sprache ruhig und klar. Für mich ist daraus ein tiefgründiger Roman über Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt entstanden, den ich sehr empfehlen kann.