Hazel sagt nein ist eine Geschichte mit einer unglaublich wichtigen Thematik, die mich leider nicht ganz überzeugen konnte.
Hazel wird an ihrem ersten Schultag an ihrem neuen Wohnort vom Schuldirektor ins Büro zitiert. Doch schon nach wenigen Minuten “verschlägt es ihr die Sprache”, denn der Direktor macht ihr ein sexuelles Angebot. Hazel sagt zwar ganz klar Nein, aber als es dann bekannt wird, glaubt ihr kaum jemand so richtig.
Trotzdem versucht Hazel, ihren eigenen Weg zu gehen, mit vielen Rückschlägen, Ängsten und Unsicherheiten. Sie hat den Traum, eines Tages Schriftstellerin zu werden.
Den Schreibstil fand ich angenehm, modern und flüssig. Man bekommt einen guten Einblick in Hazels Leben, aber auch in das ihrer Eltern und ihres jüngeren Bruders Wolf, da die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird.
Trotz der wichtigen Thematik, die sich durch das ganze Buch zieht, hat mir etwas die Tiefe gefehlt. Das „Nein“ wurde für mich eher oberflächlich behandelt und ist stellenweise ein wenig verloren gegangen. Teilweise zog sich die Geschichte in die Länge, ohne wirklich intensive Handlungen über das Geschehene.
Man spürt zwar die Verzweiflung der Eltern und auch die von Hazel selbst. Man erlebt, wie sie ihren Mut findet, darüber öffentlich zu sprechen, und wie sie sich im Laufe der Geschichte entwickelt. Auch der Zusammenhalt der Familie und die Auswirkungen, die ein solcher Missbrauch mit sich bringt, werden deutlich.
Am Ende bleibt für mich die Frage: Wer ist in den Augen der Gesellschaft eigentlich das Opfer?