Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei 😉
Ich bin eher zufällig über diesen Thriller gestolpert, der Titel und der Buchrückentext haben mich aber sofort angesprochen.
Grösstenteils habe ich zur Hörbuchversion gegriffen, weshalb ich zuerst kurz darauf eingehe. Heidi Jürgens macht einen soliden Job, tendenziell hat sie eine eher tiefere Stimme, was ich bei Frauen sowieso lieber mag, dennoch überzeugte mich ihre Umsetzung nicht vollends, heisst ich hing nicht gebannt an ihren Lippen. Wolfang Berger der männliche Part, kam zum Glück viel weniger zum Zug, denn mit seiner Klangfarbe wurde ich leider überhaupt nicht warm.
Nun aber wieder zur Printausgabe. Der Schreibstil ist unauffällig, durchaus atmosphärisch und von der Erzählweise eher langsam. Wir erleben die Geschichte zum grössten Teil aus der ICH- Perspektive unserer Protagonistin Alex, dazwischen gibt es immer wider protokollierte Befragungen aus der Vergangenheit in einer anderen Schriftart.
Entsprechend lernen wir natürlich Alex am meisten kennen, da wir uns sozusagen in ihrem Kopf befinden. Ihre Gedanken und Vermutungen sind ausführlich dargestellt, manchmal ein bisschen zu wiederholend, was bei mir zu einer gewissen Ungeduld führte. Vielleicht lag es auch daran, dass ich sie nicht gerade in mein Herz geschlossen habe. Auch die weiteren Charaktere, die für den weiteren Verlauf eine Rolle spielen sind solide ausgearbeitet hinterlassen jedoch bei mir keinen bleibenden Eindruck.
Die Struktur der Geschichte mit dem Einstieg aus der Vergangenheit, den Protokollen dazwischen, machen neugierig und sorgen für Spannung. Ebenfalls mochte ich das Setting, die Atmosphäre und die grundsätzliche Idee mit dem Waisenhaus. Auch die Wahl der Protagonistin als True- Crime Autorin hatte für mich das gewisse Etwas. Insgesamt wurde die Story für meinen Geschmack allerdings zu träge erzählt und versprühte mehr Krimi Feeling, denn Thriller Vibes. Auch war der Fokus zu stark auf Alex ihren Gedanken und Gefühlen, da wäre weniger definitiv mehr gewesen.
Ich vergebe knappe 3,5 Sterne