Den Autor T.E, Kinsey kannte ich nicht, aber das herrlich altmodische Cover von “Lady Hardcastle Der malerische Mord” fand ich sehr anziehend.
Ich fand mich in Gloucestershire im Jahre 1912 wieder und begegnet Lady Emily Hardcastler und ihrer Kammerzofe Florence Armstrong, die liebend gerne Rätsel lösen und wohl auch eine Vergangenheit als Geheimagentinnen haben. In dem Dorf Littleton Cotterell, wo sie leben, findet in der nach einem Brand frisch renovierten Dorfhalle eine Ausstellung der lokalen Kunst statt. Hauptattraktion ist eine exklusiv hergestellte Ausgabe einer Shakespeare Gesamtausgabe, die ein sehr wohlhabender Geschäftsmann, Westbury, für seine Shakespeare Sammlung hat anfertigen lassen. Wen wundert es, dass dieses überaus wertvolle Buch - Wert 1000 britische Pfund - aus der Ausstellung gestohlen wird? Und nicht nur das, auch ein wertvolles Gemälde verschwindet. Lady Hardcastle und Flo ermitteln in freundschaftlichem Kontakt zur Polizei.
Als dann auch noch beim Radrennen am folgenden Sonntag einer der Fahrer ermordet wird, wird der Fall sehr komplex. Gibt es Zusammenhänge?
Die Geschichte ist so very british und das Erzähltempo entspricht der damaligen Zeit.Und die Ermittler müssen ohne die heute so üblichen forensischen Hilfsmitteln und Technologien auskommen. Dazu fällt auf, dass gesellschaftliche Umgangsformen noch wohltuend gepflegt wurden! Kurz, das Kopfkino führt die Leser in das ländliche England zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Welch krasser Unterschied zu Krimis, die in heutiger Zeit spielen und in denen der menschliche Umgang so viel härter und brutaler ist.
Eine Geschichte zum Geniessen bei einer guten Tasse Tee: Ich habe sie bis zur letzten Seite ausgekostet.