CIA-Agentin Artemis Procter wacht nackt und mit Brummschädel an einem fremden Ort auf - und als sie einem russischen Geheimdienstoffizier gegenübersteht, realisiert sie, dass ihre Zeit als Station Chief in Duschanbe zu einem jähen Ende gekommen ist.
Zurück in Langley findet sie eine Spur, die die CIA zu Putins’ Banquiers führen kann und setzt die Agenten Max und Sia auf den riskanten Plan an. Der Weg zum Geld soll über Vadim und seine Frau Anna führen - doch was ahnen diese beiden, und was ist ihre eigene Agenda? Schon bald finden sich Sia und Max auf einem Gestüt an einem abgelegenen Ort in Russland wieder, abgeschnitten von Kontakten und Hilfe im Westen, und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…
Moskau X von David McCloskey, 2025 auf Deutsch im Gutkind Verlag erschienen, ist ein actionreicher, düsterer Spionagethriller, der den Leser mit Gänsehaut zurücklässt. Ich habe das e-Book als Rezensionsexemplar auf einer Bücherplattform erhalten, vielen Dank dafür.
Ich bin mir auch einige Zeit nach dem Lesen noch nicht ganz sicher, wie mein Urteil über Moskau X wirklich ausfällt. Auf der einen Seite ist das Buch sehr spannend und gut geschrieben bzw. auch gut übersetzt, und der Autor hat gemäss Angaben im Buch gar selbst einen CIA-Hintergrund, kann wohl also zumindest ein Stück weit in seinen Beschreibungen auf eigene Erfahrungen aufbauen. Auf der anderen Seite ist die Story so dunkel, dass selbst die eigentlich “Guten” nur wenig sympathischer erscheinen als die “Bösen”, und beim Lesen nie richtig Lesefreude aufkommt.
Bei den Personen hat mich vorallem Artemis Procter irritiert - offenbar ist sie eine wiederkehrende Person auch aus anderen Büchern, aber eigentlich erscheint sie irgendwie nebensächlich (und zudem auch sehr unangenehm). Zentrale Charaktere sind Max und Sia, und als Leser fragt man sich zwischendurch, wie freiwillig diese beiden ihren Job wirklich machen, oder ob es noch irgendwo heimliche Erpressung dazu gibt?
Die Ereignisse, die sich am Ende geradezu überstürzen, erscheinen teilweise so absurd, dass sie nicht mehr glaubwürdig wirken, aber dann denkt man dennoch “es könnte aber schon so sein, was wissen wir denn über diese Welt?” - das ist sehr clever geschrieben. Insgesamt ein gutes Buch, auch wenn ich nicht restlos davon überzeugt bin. Wenn halbe Sterne möglich wären, dann gäbe es hier 3.5 von mir.
Ich empfehle dieses Buch allen Fans von actionreichen Spionagethrillern, die kein Problem mit Brutalität und ambivalenten Hauptfiguren haben.