Als ich den Klappentext das erste Mal gelesen habe, kamen ein bisschen Gänsemagd-Märchen-Schwingungen rüber. Und ob das wirklich so war, verrate ich an dieser Stelle jetzt nicht. Aber was ich dafür sagen kann, dass die erwähnten Spiele recht stiefmütterlich behandelt wurden. Das Drumherum, die Vorbereitungen, die Feste waren wichtiger und als die Spiele dann soweit waren, habe ich sie nicht mehr als so spannend empfunden.
In der Mitte des Buches gibt es eine Reise. Dazwischen viele Ausflüge. Was uns die Welt und die Hauptprotas untereinander näher bringt, aber ich persönlich habe immer Mühe mit (Helden)-Reisen in Büchern. Deswegen wäre es aus meiner Sicht toll gewesen, wenn zum Beispiel diese eine große Reise im Klappentext Erwähnung gefunden hätte.
Die Hauptprotas untereinander sind anständig und nicht nervig, manchmal sogar recht süß zueinander und das, obwohl sie sich ja eigentlich hassen sollten, was den Trope Enemies to Lovers für mich zum Kippen bringt. Ein Trope wie Generationentrauma, oder Ahnen-Ballast, wäre näher liegender. Dazu noch den Only one Bed- Trope.
Der Schreibstil ist an und für sich recht gut lesen, der Einstieg ist rasant, so rasant das ich ihn mehrmals lesen musste um zu begreifen wo und wie die Geschichte anfängt. Zwischendurch geriet ich dann beim Lesen ab und zu wieder ins Stolpern. Warum kann ich mir nach beenden des Buches noch immer nicht richtig erklären. Vielleicht, weil doch manchmal ein bisschen zu sehr gesehnt oder an sich selbst gezweifelt wurde. Allgemein findet die Geschichte oft in den Gedanken der Protas statt.
Die etwas grössere Kritik liegt für mich darin, dass ich die Auflösung der beiden größten Plotttwists relativ bald vorhergesehen habe.
Und am Anfang der Geschichte passiert etwas Gröberes, dass für mich eine Sogwirkung auf mein Leseerlebnis hatte und tragend für die ganze Geschichte ist. Je weiter die Geschichte jedoch fortschritt, und je mehr dieser Vorfall vom Anfang aufgeklärt wurde, desto unlogischer wurde dieser besagte erste Szene. Am Schluss wurde dann sogar eine Lösung präsentiert, der dieses allereste Ereignis hätte verhindern können.
Das gesamte Leseerlebnis habe ich als abnehmend empfunden. Zuerst war es spannend, alles neu, schöne gut erklärte Welt, dann die für mich als langweilig empfundene Reise, danach die Frage, wann endlich die Spiele starten und am Schluss eine Erklärung, die eigentlich das ganze Gerüst der Geschichte zum Einsturz bringen könnte. Ich schreibe bewusst könnte weil sich nach einiger Grübelei hinter genau dieser Unlogik ein weiterer Plottwist für das zweite Buch verstecken könnte.
Jedoch habe ich kein Bedürfnis, das zweite Buch zu kaufen. Ein Cliffhanger ist zwar da, aber für mich ist er so gelöst, dass es mich nicht zerreisst, alleine wegen ihm das zweite Buch kaufen zu wollen.