Was ist in der Vergangenheit von Jules Mutter wirklich passiert? Mit dieser Frage beschäftigt sich Kira Mohn in ihrem neuen Roman «Die Nacht der Bärin». Jule nimmt sich eine Auszeit bei ihren Eltern und spürt schnell, dass Ungesagtes in der Luft liegt. Auf er Suche nach Antworten begibt sie sich auf die Spuren ihrer Mutter und entdeckt dabei Parallelen, die auch ihr eigenes Leben prägen.
Das Buch beginnt leise und ohne grosses Tempo. Wir begleiten Jule auf dem Weg zu ihrem Elternhaus. Schnell wird deutlich, dass sie etwas belastet, doch lange weiss man nicht, worum es genau geht. Als sie bei ihren Eltern ankommt, fühlt sie sich sicher. Doch auch hier liegen Geheimnisse in der Luft, die unausgesprochen bleiben.
Immer wieder tauchen wir in die Vergangenheit ein. Anna und Maja sind zwei Schwestern, die in einem schlimmen familiären Umfeld aufwachsen. Ihr einziger Rückzugsort ist der Wald, der an das Grundstück der Eltern angrenzt. Von Kapitel zu Kapitel erfahren wir mehr über die Lebensumstände von Jules Mutter.
Anfangs war mir nicht ganz klar, welche der beiden Jules Mutter ist. Grundsätzlich stört es mich nicht, wenn am Anfang der Kapitel nicht eindeutig gekennzeichnet ist, ob man sich in der Gegenwart oder der Vergangenheit befindet. Hier war ich anfangs jedoch etwas irritiert, weil es sich anfühlte, als würde ich zwei Geschichten lesen, die parallel verlaufen. Nach dem ersten Viertel hat es sich gebessert und der Lesefluss war wieder vorhanden
Im Grossen und Ganzen kann ich sagen, dass der Schreibstil angenehm ist. Trotzdem konnte mich das Buch emotional nicht ganz abholen, mir hat einfach etwas gefehlt. Die Protagonisten sind an sich gut ausgearbeitet, doch auch hier konnte ich irgendwie keine richtige Verbindung aufbauen.
Für mich sind Triggerwarnungen nicht so wichtig, aber hier sollte eine vorhanden sein. Themen wie Gewalt und Missbrauch in der Familie können für andere Menschen belastend sein.
Ein Buch das wichtige Themen aufgreift, mich persönlich aber nicht vollständig überzeugen konnte.