Endlich verstehe ich, warum Haruki Murakami nicht jeden anspricht. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, in eine surreale Welt oder einen Traum einzutauchen, den man nicht ganz erklären kann. Der Schreibstil selbst ist einfach und leicht zugänglich (ich las auf Engl.), aber die Geschichte ist schwer nachzuvollziehen. Vieles bleibt unausgesprochen und ist offen für Interpretationen. Man spürt deutlich, dass sich unter der Oberfläche etwas Bedeutungsvolles abspielt, doch dieses „Etwas“ wird nie explizit erklärt. Nicht alles wird erklärt und soll verstanden werden, und ich habe eine Weile gebraucht, um das zu akzeptieren. Der Verstand versucht instinktiv, die Rätsel zu lösen, aber dies ist ein Buch, bei dem man die Logik, das Richtig und Falsch einfach loslassen muss. Ich versuchte immer wieder, einen Sinn darin zu finden, stiess dabei aber nur auf neue, verwirrende Elemente. Persönlich bevorzuge ich eher Geschichten, die sich am Ende klarer zusammenfügen, auch wenn sie am Anfang verworren sind. Für mich war dies also keine leichte Lektüre. Dennoch frage ich mich: Würde ich es bei einer zweiten Lektüre besser verstehen? Es ist definitiv kein Favorit, aber ein Buch, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.