Garten der Schmetterlinge ist ein eindringlicher Psychothriller, der vor allem durch seine dichte und beklemmende Atmosphäre überzeugt. Im Mittelpunkt steht Maya, die eigentlich einen anderen Namen hat, die den Ermittlern von ihrer Gefangenschaft berichtet. Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus ihrer Erinnerung und aus den Verhören erzählt, was nach und nach ein verstörendes Gesamtbild entstehen lässt.
Besonders gelungen ist die Darstellung der Figuren. Maya wirkt vielschichtig und glaubwürdig, sie ist weder eine typische Heldin noch nur ein Opfer. Ihre ruhige, kontrollierte Art macht ihre Erzählung umso eindringlicher. Auch die Beziehungen zwischen den gefangenen Frauen werden differenziert gezeigt: Es gibt sowohl Zusammenhalt als auch Spannungen, was die Situation realistisch wirken lässt.
Der Täter, welcher „der Gärtner“ genannt wird, bleibt klar als grausame Figur gezeichnet, ohne dass seine Taten unnötig ausgeschmückt werden. Gerade diese Zurückhaltung macht die Geschichte oft noch intensiver, weil vieles nur angedeutet wird und im Kopf der Lesenden weiterwirkt.
Die Sprache ist eher schlicht und direkt, was gut zur düsteren Stimmung passt. Das Bild des Gartens und der Schmetterlinge zieht sich konsequent durch die Handlung und verstärkt die bedrückende Grundidee des Buches.
Insgesamt ist Garten der Schmetterlinge ein ruhiger, aber sehr wirkungsvoller Thriller, der weniger auf schnelle Action setzt, sondern auf psychologische Spannung und Atmosphäre. Ein Buch, das lange nachwirkt.