Mein Gefühl beim Lesen
Touch of Perish hat mich mit seiner Grundidee direkt neugierig gemacht. Eine Protagonistin, deren Berührung tödlich ist, ein abgeschotteter Tempel und dann noch diese ganze „geheimer Wächter“-Dynamik… das hat sofort so eine düstere, spannende Stimmung erzeugt.
Beim Lesen hatte ich insgesamt eine solide Zeit mit der Geschichte. Die Mischung aus Dark Fantasy, Romantasy und dieser gefährlichen Gabe von Kaythara macht das Buch auf jeden Fall interessant. Gleichzeitig hatte ich aber öfter das Gefühl, dass einige Aspekte nicht ganz so tief ausgearbeitet sind, wie sie hätten sein können.
Sprache & Atmosphäre
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und man kommt gut durch die Seiten. Die düstere Atmosphäre ist definitiv da und passt auch gut zum Genre.
Das Setting mit dem Tempel und dem Königreich hat eine starke Grundidee, aber beim Worldbuilding hätte ich mir stellenweise noch mehr Tiefe gewünscht. Es bleibt manchmal eher an der Oberfläche, obwohl da eigentlich richtig viel drin gesteckt hätte.
Charaktere & Beziehungen
Kaythara ist als Figur interessant, vor allem durch ihre tödliche Gabe und die Isolation, in der sie aufgewachsen ist. Trotzdem konnte ich nicht immer komplett mit ihr mitfühlen, weil ihre Entwicklung teilweise etwas schnell oder nicht ganz greifbar wirkte.
Die Beziehung zwischen ihr und dem Wächter hat auf jeden Fall Spannung, vor allem durch dieses Geheimnis um seine Identität. Die „Secret Identity“-Thematik bringt da eine interessante Dynamik rein.
Allerdings hätte ich mir hier mehr Tiefe und langsamere Entwicklung gewünscht, damit die Gefühle noch überzeugender rüberkommen.
Handlung & Struktur
Die Handlung ist grundsätzlich spannend angelegt, vor allem durch die politischen Hintergründe und die Rolle, die Kaythara im Krieg spielen soll. Auch der Twist rund um die wahre Identität des Wächters bringt zusätzlich Spannung rein.
Trotzdem hat sich die Story an manchen Stellen etwas unausgeglichen angefühlt. Einige Entwicklungen gehen recht schnell, während andere mehr Raum gebraucht hätten. Insgesamt bleibt es aber unterhaltsam und gut nachvollziehbar.
Emotion & Wirkung
Das Buch hat mich gut unterhalten, aber emotional nicht komplett gepackt. Es gibt definitiv Momente, die funktionieren, gerade durch die düstere Grundstimmung und die verbotene Nähe zwischen den Figuren.
Der Romance- und Spice-Anteil ist vorhanden und passt zum Ton der Geschichte, hätte für mich aber noch etwas intensiver oder emotionaler sein können, um wirklich hängen zu bleiben.
Fazit:
Touch of Perish punktet mit einer richtig starken, düsteren Grundidee und interessanten Ansätzen, schafft es aber nicht ganz, dieses Potenzial voll auszuschöpfen.
Ich gebe dem Buch 3,5 von 5 Sternen, weil es mich gut unterhalten hat und spannende Elemente bietet, mir aber in einigen Bereichen noch etwas Tiefe gefehlt hat.
Wenn du Dark Romantasy mit Geheimnissen, verbotener Nähe und einer gefährlichen Heldin magst, könnte das trotzdem genau dein Ding sein.