Ich bin mit großen Erwartungen an diesen Roman herangegangen, da mich sowohl der Titel als auch der feministische Ansatz sehr neugierig gemacht haben. Leider wurde ich enttäuscht. Was als spannende Geschichte über eine Frau in einer Männerdomäne begann, verlor sich für mich in Belanglosigkeiten.
Meine Kritikpunkte:
Überflüssige Details: Ein Großteil des Buches besteht aus Beschreibungen von Alltagsmomenten, die die Handlung nicht voranbringen. Ob es die genaue Art des Brötchens ist, die Zubereitung des Kaffees oder die detaillierte Optik ihres Skianzugs – diese Informationen nehmen viel Raum ein, ohne dem Charakter Tiefe zu verleihen.
Blasse Charaktere: Trotz des spannenden Umfelds blieben mir die Figuren fremd. Auch Gedanken und Emotionen der Protagonistin werden nur aus einer großen Distanz geschildert. Es fiel mir schwer, eine Verbindung aufzubauen oder mitzufühlen.
Fehlender Spannungsbogen: Ich hatte lange Zeit das Gefühl, dass die Geschichte lediglich auf ein großes Ereignis vorbereitet wird. Irgendwann musste ich jedoch feststellen, dass das Buch fast zu Ende ist, ohne dass eine echte Entwicklung stattgefunden hat. Die Charaktere treten auf der Stelle, und die Handlung plätschert vor sich hin.
Abruptes Ende: Als es gegen Ende endlich etwas spannender wurde, war die Geschichte auch schon vorbei. Die entscheidenden Momente (wie der plötzliche Aufstieg zur Außenministerin) wurden nicht ausreichend hergeleitet oder erklärt.
Fazit: Der Roman bleibt leider sehr oberflächlich. Wer eine packende Geschichte über eine starke Frau erwartet, die sich politisch durchsetzt, wird hier eher enttäuscht. Für mich war es zu viel Fokus auf Äußerlichkeiten und zu wenig emotionale und inhaltliche Tiefe.