«Montcrest University: Lessons in Evil» spielt an einer geheimen Eliteakademie in den Schweizer Alpen, an der Dämonen und Schattenengel ausgebildet werden. Im Mittelpunkt steht Grace, die unbedingt an die Spitze will und sich gegen starke Konkurrenz behaupten muss. Besonders der Wettkampf um die Reise in die Hölle sorgt früh für Spannung. Der Einstieg ist atmosphärisch, auch wenn es etwas dauert, bis man ganz in die Geschichte findet.
Grace ist ehrgeizig, kühl und eher eine Einzelgängerin, was sie interessant, aber auch etwas distanziert macht. Erst nach und nach zeigt sie mehr von sich und wird greifbarer. Isak wirkt zunächst wie der typische mächtige und arrogante Gegenspieler, hat aber ebenfalls mehr Tiefe, als man zuerst denkt. Die Dynamik zwischen den beiden lebt von Konkurrenz und Anziehung, die mich jedoch nicht so ganz überzeugen konnte
Die Handlung entwickelt sich eher langsam und hat zwischendurch einige Längen. Gerade am Anfang passiert zwar einiges, aber es fühlt sich nicht immer richtig spannend an. Erst im späteren Verlauf nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf, besonders rund um die Prüfungen und den Wettkampf. Das Ende kommt dann recht schnell und hinterlässt viele offene Fragen.
Das Setting der düsteren Akademie in den Alpen ist sehr gelungen und sorgt für eine besondere Atmosphäre. Auch die Idee mit den Todsünden, Dämonen und Schattenengeln fand ich spannend und kreativ. Einzelne Szenen, vor allem gegen Ende, konnten mich wirklich fesseln. Zudem hat das Buch ein grosses Potenzial für die Fortsetzung.
Mir hat es etwas an Tiefe im Worldbuilding gefehlt, besonders im Akademiealltag und bei den magischen Elementen. Viele Aspekte wurden nur angerissen und hätten ausführlicher sein dürfen.
Dafür wirkten einige romantische Szenen für mich eher unpassend oder zu viel.
Der Schreibstil ist locker, flüssig und angenehm zu lesen, so dass sich die Geschichte rasch lesen lässt.
Fazit:
Das Debüt von Laurie Harmening wartet hier mit einer starken Idee und einem besonderen Setting auf. Die Umsetzung hat für mich noch kleinere Schwächen, vor allem im Tempo und in der Tiefe. Trotzdem macht die Geschichte neugierig auf den nächsten Band.