Real Americans ist ein vielschichtiges Buch, das mit seinen Themen rund um Identität, Herkunft und familiäre Verstrickungen definitiv zum Nachdenken anregt. Die Figuren sind sorgfältig gezeichnet, und die verschiedenen Zeitebenen sowie Perspektivwechsel bringen eine gewisse Tiefe und Spannung in die Geschichte. Besonders gelungen ist, wie die Autorin die Frage nach dem „Amerikanischsein“ aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.
Trotzdem konnte mich der Roman nicht vollständig packen. Einige Passagen wirken für meinen Geschmack zu langatmig oder verlieren sich in Details, die den emotionalen Kern der Handlung eher verwässern als vertiefen. Auch der Übergang zwischen den Erzählsträngen ist stellenweise etwas holprig, sodass ich mich nicht immer vollkommen in den Flow der Geschichte fallen lassen konnte.
Insgesamt ist Real Americans ein ambitionierter Roman mit starken Momenten und interessanten Ideen, der jedoch nicht ganz die erzählerische Kraft entfaltet, die er verspricht. Empfehlenswert für Leser*innen, die komplexe Familiengeschichten und Identitätsthemen mögen – aber vielleicht nicht für alle ein Must-Read.