Toni Riveras Roman Die Familie sehen und sterben versucht, ein Familiengeflecht mit Geheimnissen, Konflikten und verborgenen Motiven zu zeichnen. Leider gelingt es dem Buch aus meiner Sicht nur bedingt, Spannung oder echte emotionale Beteiligung zu erzeugen.
Ein zentrales Problem liegt in der Vielzahl an Figuren, Beziehungen und Andeutungen, die häufig unklar bleiben. Statt neugierig zu machen, wirken viele dieser Verstrickungen eher verwirrend. Handlungsstränge werden angerissen, aber nicht immer zufriedenstellend entwickelt oder aufgelöst. Dadurch fällt es schwer, eine klare Linie in der Geschichte zu erkennen oder eine echte Verbindung zu den Figuren aufzubauen.
Auch der Spannungsbogen bleibt relativ flach. Viele Szenen wirken eher konstruiert als mitreissend. Die beiden Morde gehen in der zweiten Hälfte der Geschichte komplett unter.
Insgesamt hinterlässt Die Familie sehen und sterben daher einen etwas unbefriedigenden Eindruck. Zu viele Fragen bleiben am Schluss offen.