Ein wunderbarer Roman, der traurig, aber auch hoffnungsvoll ist. Isabel, die vor einem Jahr ihren Ehemann verloren hat, bleibt mit ihren zwei Kindern zurück. Allerdings war sie nie wirklich sehr präsent, da sie eine berühmte Geigerin ist. In ihrem Leben hatte sie stets eine Nanny, die sich um die Kinder kümmerte, und nun steht sie vor einer schweren Entscheidung. Es gibt keine finanziellen Reserven mehr, damit sie in London bleiben können, ein Neuanfang ist unumgänglich.
Eines Tages erfährt sie, dass sie auf dem Land ein Haus erbt, das ihrem Grossonkel gehörte. Als sie sich dafür entscheidet, wird ihr das Ausmass dieses Neuanfangs erst richtig bewusst … Denn nicht alles ist so, wie es scheint.
Die Geschichte fand ich spannend. Die diversen Charaktere konnte ich klar auseinanderhalten und ich konnte gewisse Situationen gut nachempfinden. Das Setting in diesem kleinen Dorf mit Immobilienmaklern, Bauunternehmern und den helfenden Händen der Nachbarn hat mir sehr gefallen. Der Zusammenhalt, der in schwierigen Zeiten entsteht, sowie die Ungewissheit, wie die Zukunft mit Kindern in einer neuen Umgebung aussehen wird, sind gut dargestellt.
Besonders berührend fand ich, dass man sich an etwas festhält, so wie Isabel an ihrer Geige und ihrer Melodie, um gewisse Hürden bewältigen zu können, und doch merkt, dass dies nicht alles ist. Die Geschichte hatte Höhen und Tiefen, aber insgesamt hat sie mich mit ihrem flüssigen Schreibstil und der durchgehend vorhandenen Spannung überzeugt. Der Schluss war stimmig, knapp aber auch teils unerwartet.