Es geht weiter (3 Jahre nach dem Reread von Buch 1. lol) mit der Mittelmässigkeit. Grundsätzlich fand ich dieses Buch ein wenig besser als Band 1 und trotzdem gab es Vieles, was das Lesevergnügen verschlechterte. Ein 2.5/5 für mich.
Trotz der dreijährigen Pause konnte ich ohne Probleme wieder in die Geschichte eintauchen. Der Plot ist eher simpel gehalten und auch die wichtigsten Charaktere waren einfach zu merken. Es wurde aber auch nichts neues hinzugefügt.
Generell fehlte mir world und lore building für den Fantasy Teil und für die wichtigsten Charaktere. Nach dem ersten Band, in dem das Worldbuilding in den ersten 50 Seiten und der grösste Teil des Plots ausserhalb des Fantasy Teils aka der Menschenwelt passiert, wird in diesem Band, der hauptsächlich in der Fantasywelt handelt, nichts wirklich neues hinzugefügt.
In den ersten ⅔ des Buches geht es vorallem um Jacinda’s Gefühlswelt und die Beziehungen zu den anderen Rudelmitgliedern, die nach der Flucht von ihr, ihrer Schwester Tamra und Mutter in Band 1, eine gewisse Abneigung gegen die drei hegen. Bis auf Cassian (Sohn des Rudelführers, Love Interest 2, der sie für sich haben will, wieso auch immer) und 2-3 andere.
Die Gefühlswelt Jacindas war ein einziges Durcheinander. Einerseits fand ich‘s eine gute Repräsentation, wie man sich so als Teenager fühlt: jedes Gefühl ist riesig und bestimmt alles. Man ist sehr leicht verunsichert. Andererseits war es als voll ausgewachsener Mensch teilweise sehr frustrierend zu lesen, weil die Lösung so offensichtlich und einfach scheint. Jacinda hatte oft Momente in denen sie bei der kleinsten Einwendung ihre Meinung änderte oder zweifelte aber kurz davor noch absolut 100% entschlossen war. Okay, been there. Aaaber das wiederholte sich immer und immer wieder und man drehte sich nur im Kreis. Ein paar Momente haben aber auch einen Teenager Teil von mir angesprochen, der wahrscheinlich noch mal reflektiert werden sollte.
Nebst dem Zirkulieren um die gleichen Probleme, Gedanken und Gefühle, gab es auch sonst ein paar zu viele Wiederholungen. Das Verwandeln in einen Drachen musste nicht immer so detailliert beschrieben werden. Nach dem ersten Mal war mir klar wie es funktioniert. Ich brauche mehr Lore über die Draki und die Jäger.
Die Wiederholungen wurden auch nervend weil es immer gleich ablief: ein Problem kommt auf, Emotionen steigen, es wird meistens gelöst/darüber gesprochen und man denkt es ist erledigt nur um dann wieder aus dem Nichts das wichtigste Problem zu werden. Aber bis es wieder zu Problem Nr 1 wird, ist es wie vergessen, auch wenn es eine offene Plotline ist und eigentlich das Handeln, die Gedanken und Gefühle von Jacinda und co beeinflussen sollte.
Es gab ein paar gute und schön zu lesene Konversationen zwischen Jacinda und ihrer Mutter und auch anderen Personen. Die gefielen mir. In diesen Momenten wurde der Schreibstil auch ein bisschen besser. Auch wie Cassian Jacinda’s Zustand das eine Mal durchschaut und es ihr direkt sagt war spot-on. Das einzige Mal, bei dem ich Cassian zustimmte.
Die Charaktere fühlten sich meistens frustrierend real an. Cassian ging mir eigentlich durchgehend auf den Sack. Bei ihm kommt seine besitzergreifende Seite noch mehr zum Vorschein, die er wohl von seinem Vater geerbt hat. Gut ist es nur ein fiktiver Charakter. Alle Charaktere hatten ihren nervenden Moment. Will war auch chill und dann plötzlich auf 180 Grad und dann wieder chill. Ein einziges auf und ab.
Was mich auch gestört hat, ist, dass die anbahnende Depression der Mutter, wie auch der damit einhergehende Griff zum Alkohol nur so nach dem Motto „ja, was grad mit ihr passiert ist voll heftig. Jetzt ist sie halt so. Wir können nur hoffen.“ von den Charakteren gehandhabt wird. Zumindest kam es so rüber. Und dann scheint es ihr auf einmal wieder besser zu gehen?! Ugh. Ich habe ein bisschen das Gefühl, in Band 3 wird herauskommen, dass das alles von der Mutter geplant war, damit sie entkommen kann.
Weitere Vermutungen für Band 3, den ich zum allerersten Mal lesen werde. Einfach mal wild drauf los geraten, damit ich dann über mich lachen kann:
- Nochmal: Die Depression und der Alkoholismus der Mutter war von ihr geplant, damit sie gebannt wird, um so vom Rudel wegzukommen ohne dass nach ihr gesucht wird.
- Der Vater wird auftauchen/gefunden und befreit werden.
- Oder der Vater wurde zum Jäger umtrainiert/„-programmiert“. Das wär wild. Oder vielleicht das in Nr 5 oder 11.
- Will wird sich auch in einen Drachen verwandeln. Eine ganz neue Art.
- Im HQ der Jäger werden auch Bluttransfusionen mit Drakiblut gemacht, um stärker zu werden und ein paar von ihnen haben sich schon in Drachen verwandelt, wurden aber dann für weitere Experimente dort behalten (mit dieser Vermutung habe ich vielleicht ein bisschen zu hohe Erwartungen. So einen Reveal erst in Buch 3 zu droppen wäre echt insane). Denn wenn das möglich ist, wäre es dann auch möglich das Drache-sein aus den Drakis „rauszuspülen“. Bah.
- Sie (Will, Jacinda und family (vielleicht sogar Cassian und Miram) werden ein neues Rudel starten, irgendwo anders.
- Entweder werden die Jäger und ihr HQ ausgelöscht oder ihre Meinung kann irgendwie geändert werden (but ai daut it)
- Jacinda, Will und Cassian leben als thruple ihr restliches Leben. haha. as if.
- Irgendwas muss noch mit Tamra passieren. Dass sie endlich eine Draki ist und dazu noch eine Wichtige, reicht mir nicht. Wenn sie ein neues Rudel bilden, wird sie sicher deren Wächterin. Aber wenn das wirklich passiert, ist das so selbstverständlich, dass es langweilig ist. Aber ich habe keine Ahnung was da sonst noch passieren könnte.
- Cassian opfert sich.
- Will bekam auch Blut von Jacinda‘s Vater und deswegen haben sie so eine starke Verbindung zu einander (sollte dann aber auch für Tamra stimmen). (Bitte nicht)
- Corbin (Cassians Cousin, erpicht darauf Jacinda oder Tamra zu heiraten) wird nochmal auftauchen? Ich hoffe nicht. Er hatte nicht viel page time, aber jedes Mal war es unangenehm.
- Andere Möglichkeit: Will wird in das Rudel aufgenommen.
- Oder: Severin (der jetzige Rudelführer und Vater von Cassian und Miram) wird gestürzt und Jacinda‘s Vater übernimmt.
- Will bringt seinen eigenen Vater um.
Das meiste, was ich jetzt hier geschrieben habe, ist eher über das nicht so Gute. Ich hatte durchaus meinen Spass mit dem Buch. Es war flüssig zu lesen und ich konnte gut abschalten. Aber dieses Mal war es nicht ganz so spassig, den Plot auseinander zu nehmen, weil erst in den letzten 100 Seiten irgendein Plot passierte und da war ich dann gefesselt von ihm. Deshalb finde ich es auch bisschen Schade, dass da nicht mehr davon war.
Aber jetzt, auf geht‘s, finden wir raus wie das Ganze endet.