Das Buch Vesselless – Mein verräterisches Herz entführt in eine komplexe Fantasywelt, die sich nicht sofort vollständig erschließt. Beim Lesen hatte ich teilweise Mühe, mich in der Geschichte zurechtzufinden, da viele Begriffe und Zusammenhänge – wie zum Beispiel das „Anbinden von Seelen“ – eher angedeutet als klar erklärt werden. Das hat dazu geführt, dass ich mich stellenweise etwas verloren gefühlt habe.
Gerade dieses „Nicht-alles-sofort-Verstehen“ ist aber evtl. ein bewusstes Stilmittel? Die Autorin baut eine Welt auf, die sich nach und nach entfaltet. Rückblickend habe ich den Eindruck, dass einige Zusammenhänge vielleicht erst im zweiten Teil wirklich verständlich werden oder dass ein erneutes Lesen helfen würde, die Details besser zu erfassen.
Besonders positiv war für mich die Liebesgeschichte zwischen Nizzara und Dagen. Die Beziehung der beiden Figuren bringt Wärme und Tiefe in die Geschichte und bildet einen starken Kontrast zu den oft düsteren und verwirrenden Elementen der Welt.
Insgesamt ist das Buch spannend und atmosphärisch, verlangt aber Geduld und Aufmerksamkeit. Für Leserinnen und Leser, die gerne in vielschichtige Fantasywelten eintauchen und bereit sind, nicht alles sofort zu verstehen, ist es durchaus empfehlenswert. Ich persönlich könnte mir vorstellen, das Buch ein zweites Mal zu lesen oder den nächsten Band abzuwarten, um offene Fragen besser zu klären.