Inhalt
In ihrem neuen Roman „Die Assistentin“ beleuchtet Caroline Wahl das Machtgefüge zwischen einer jungen Frau und ihrem fordernden Vorgesetzten. Es geht um Abhängigkeiten, moderne Arbeitswelten und die schleichende Selbstaufgabe im Job.
Meine Meinung
Die Parallelen zu dem Klassiker „Der Teufel trägt Prada“ sind unübersehbar – Caroline Wahl thematisiert diese Ähnlichkeit im Buch sogar selbst. Doch während die Dynamik in der Vorlage eine gewisse Brillanz und einen Sog entwickelt, konnte mich diese Neuinterpretation nicht wirklich überzeugen. Im direkten Vergleich ist mir die Geschichte rund um Andy Sachs und Miranda Priestly deutlich lieber; sie wirkt lebendiger und erzählerisch runder.
Meine Hauptkritikpunkte:
Der Schreibstil: Was oft als „modern“ bezeichnet wird, empfand ich hier als anstrengend. Die ständigen Wiederholungen von Wörtern und Sätzen sollten wohl die Monotonie oder Intensität des Alltags unterstreichen, haben bei mir aber nur den Lesefluss gestört.
Die Leseransprache: Die direkte Ansprache an den Leser ist ein sehr spezielles Stilmittel, das mich immer wieder aus der Geschichte herausgerissen hat. Es wirkte auf mich eher distanzierend als einladend.
Die Charaktere: Besonders die Protagonistin blieb mir bis zum Schluss unsympathisch. Es fiel mir schwer, mit ihr mitzufühlen oder ihr Handeln nachzuvollziehen, was den Zugang zum Buch zusätzlich erschwert hat.
Fazit
Thematisch greift Wahl ein spannendes Feld auf, doch die Umsetzung ist speziell. Wer ihren sehr eigenwilligen, repetitiven Stil mag, wird das Buch schätzen. Wer jedoch eine packende Erzählweise im Stil von „Der Teufel trägt Prada“ erwartet, könnte – wie ich – enttäuscht werden.
Ein Buch, das polarisiert – für mich persönlich war es leider kein Highlight.