Zwei Morde gilt es in Lugano durch Capitano Enzo Rossi zu lösen. Der Commissario, in Agno TI wohnhaft, liebt la Vita, seine Ehefrau und Campari. Er erzählt die Geschichte selbst. Es herrscht eine schwierige Konstellation innerhalb seiner Familie, man spürt seine innere Zerrissenheit, da sein Bruder Fabrizio Geschäftsmann ist, seine Kunden aus dem Drogenhandel und der Ndrangheta stammen, das Netz zieht sich hin bis Nigeria.
Rossis Loyalität zu seinem Bruder gegenüber den Gesetzen verwischt sich kraftvoll. Seine ehrgeizige Assistentin Gemma Crivelli, befindet sich in Sachen Karriere dicht auf seinen Fersen.
Es stellt sich schon bald heraus, dass die Morde mit seiner Familie zu tun haben (Familie sehen und sterben). Haben die Morde etwas mit dem Tod des als kleiner Junge verstorbenen Bruders der Familie zu tun? Oder mit Fabrizios Kontakte in die Baulöwen- und Drogenwelt?
Enzo hat auch noch eine Schwester, die ein Grotto führt, von ihr hört man wenig. Die komplizierte Familienstruktur steht ihm immer und immer wieder im Wege. Bald kommt auch die Frau seines Bruders ins Spiel, leider nicht nur aus positiver Sicht.
Rossis Charaktereigenschaften sind: phlegmatisch, verbohrt, zynisch, leicht vergesslich, auf seine Weise liebenswürdig und trotzdem recht eigenartig!
Das Buch endet dramatisch und mit einem offenen Ende.
Ich finde, es werden viele Andeutungen hingestellt, mit denen ich leider wenig anfangen konnte. Wenn es nach mir ginge, hätte Lugano noch bemalter beschrieben werden können. Ich war schon öfters da. Durchaus habe ich von den humorvollen Stellen, den philosophischen Überlegungen sowie den Charakteren profitiert. Die mir zu lang gefädelten Vorkommnisse, das Sippengetue innerhalb der Familia sowie das Ende konnten mich nicht vollends fesseln.