Der Roman erschien ursprünglich 1995 auf Französisch und ist jetzt in einer Neuübersetzung von Luca Homburg wieder auf Deutsch erschienen. Schon Titel und Klappentext haben mich sofort neugierig gemacht. Die Ausgangsidee dieses Buches ist wirklich stark.
Trotzdem hat mich der Roman insgesamt nicht wirklich gepackt. Die Sprache ist extrem einfach. Das kann man mit der Figur zwar begründen, literarisch war mir das aber auf Dauer zu wenig. Vieles bleibt sehr schlicht und wird eher festgehalten als wirklich entfaltet.
Dabei stellt das Buch eigentlich große Fragen: Was bedeutet es, ohne Vergangenheit, ohne Erfahrung, ohne Berührung und fast ohne Zukunft zu leben? Was braucht es überhaupt, damit ein Mensch zu einem Menschen werden kann? Genau diese Fragen haben mich beim Lesen interessiert, und etwas davon bleibt auch.
Für mich hatte das Buch aber oft etwas sehr Filmisches. Man kann sich vieles gut vorstellen, aber gerade das Innere, die Gedanken, Gefühle und seelischen Folgen hätten für mich viel tiefer ausgelotet werden können. Auch zwischen den Figuren bleibt vieles erstaunlich blass. Es passiert viel, aber es hat mich innerlich nicht wirklich mitgenommen.
So blieb für mich vor allem die Idee stark, weniger der Roman selbst. Ich habe das Buch am Ende eher einfach durchgelesen, statt wirklich in ihm zu sein. Geblieben ist mir vor allem die große Frage des Buches. Aber als Literatur war mir das zu wenig.
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