Wow … ein Buch, das lange nachhallt. Und dieses Mal bin ich begeistert, auch wenn der Inhalt wieder sehr bedrückend ist. Eine eindrückliche Geschichte, die immer wieder die Szene wechselt, das Jahr, den Protagonist, die Protagonistin. Und der rote Faden ist in diesem Buch Ruth. Mit ihr als “Herz des Kibbuz” (besser vermag ich es nicht zu beschreiben, als einfach aus der Inhaltsangabe zu zitieren) bekommen wir sehr viel mit, was sich in dieser Gemeinschaft abspielt - und das sind eben nicht nur schöne Dinge. Der Grundgedanke, dass jedem alles gehört, man teilt und nie allein ist, finde ich schön - jedoch gibt es - wie überall - eben auch die dunklen Seiten. Mich hat es sehr beeindruckt, wie so ein Kibbuz funktioniert und entsteht. Und zusätzlich bekommen wir einen Einblick in Israels Geschichte, die Religion und das “Adama”. Auch treffen wir im Buch auf Cohen, den rote Faden in Maror (das ich jetzt sogar nochmals lese, weil ich wissen will, ob sich noch andere Personen im Buch überschneiden).
Vielleicht ging ich mit wenig Erwartung an dieses Buch heran, weil ich Maror sprachlich echt anstrengend fand. Und auch wenn sich inhaltlich ebenfalls wieder sehr viel Grauen abzeichnet, fand ich Adama sehr viel flüssiger und spannender geschrieben. Auf jeden Fall bekommt man eine eindrückliche Sicht auf das Kibbuz und auf die Geschichte Israels. Schonungslos ehrlich. Wir wollen nämlich einfach alle nur leben.
Nichts für Zartbeseitete, jedoch für mich ein lesenswerter Thriller, der mich sehr positiv überrascht hat. Ich bin gespannt, wann der letzte Teil der “Maror”-Trilogie auf Deutsch übersetzt wird.