Können Kastanienmännchen, von Kinderhand gefertigt, ein Hinweis auf Morde sein?
Zum Inhalt: Wir befinden uns in Dänemark. Ein abgelegener Hof, umsäumt von grossen Kastanienbäumen, wird zum Schauplatz eines grauenhaften Tatortes, an dem mehrere Opfer entdeckt werden. Dass dabei Kastanien – und speziell daraus gebastelte Kastanienmännchen – eine Rolle spielen, lässt der Buchtitel unschwer vermuten.
Doch warum ausgerechnet solche Figuren, die bei genauer Betrachtung weder Hände noch Füsse haben? Und warum findet die Polizei Fingerabdrücke auf diesen Männchen – von der seit Jahren angeblich ermordeten Tochter der Sozialministerin? Die Tat soll eigentlich aufgeklärt sein, der Mörder wurde verurteilt. Fragen über Fragen. Und jede Antwort wirft die nächste auf.
In Anbetracht des Falles, bei dem es sich um eine Person von öffentlichem Interesse handelt, nimmt ein umfangreiches kriminaltechnisches Team die Arbeit auf. Derweil versucht die Ministerin, nach einem längeren Unterbruch wieder in ihren Alltag zurückzufinden.
Zitat: „… kann Nylander sehr gut die Geier des freien Wortes mit ihren Handys … sehen“
Meine Eindrücke: Dieser Thriller besticht durch unzählige, gezielt gesetzte Plot Twists. Natürlich gibt es – wie in einem Thriller üblich – Stellen, bei denen es einem kalt den Rücken herunterläuft. Hier scheinen sie mir besonders ausgeprägt zu sein. Nicht umsonst erreichen einzelne Ermittler beim Anblick der Bilder ihre Schmerzgrenze.
Mein Fazit: Søren Sveistrup schreibt in einem sehr flüssigen Stil, der das Lesen in ein angenehmes Tempo bringt. Heutzutage ist alles „spannend“. Das Wort „interessant“ scheint ausser Mode geraten zu sein – sogar Aussagen über eine Wurst sind spannend.
Ohne zu spoilern: Das Ende ist nichts für schwache Nerven. Punkt.
Somit ist klar: lesen.