Für mich war dieses Buch eine Fahrt in einem Auto mit sechseckigen Rädern. Ich kam vorwärts, aber die Reise wurde für mich persönlich doch recht holprig.
Die Idee fand ich kreativ. Auch mochte ich die Hauptfigur irgendwie. Das antike römische Reich, dass Kolosseum, die Gladiatoren und Vampire miteinander zu vermischen hatte was. Und ich wollte einfach wissen, wie sich die Vampire in heute so anstellen, im Vergleich zu früher (Black Dagger).
Wenn man sich in die Geschichte von Anfang an einsaugen lassen kann, gewisse Dinge überliest und sich durch Ungereimtheiten nicht so aus dem Konzept bringen lässt wie ich, ist sie sicherlich sehr unterhaltsam. Doch für mich persönlich gab es erst ab Seite 300 Szenen, die mich kurz packen konnten und dann ganz am Schluss.
Nach Beenden des Buches bestehen für mich folgende Kritikpunkte:
- Am Anfang wird für Arvelle eine einfache Lösung präsentiert. Ihre Einstellung: „Ich kann das alleine“, verhindert, dass sie diese ergreift.
- Dementsprechend der folgende Kritikpunkt: Arvelle kommt mit ihren Handlungen und Entscheidungen zu leicht weg und wird dabei im Hintergrund (ohne das sie es merkt?) zu häufig von den anderen Figuren gerettet.
- Die Geschichte zählt zu viel auf und intergriert zu wenig:
Hauptkonflikt, sie muss den Imperator töten, dass im Gegenzug ihr kranker Bruder gerettet wird.
Weiterer Konflikt: Es gibt Morde.
Weiterer Konflikt: Die Auslese und ihre Mitstreiter:innen, die schließlich auch gewinnen wollen.
Weiterer Konflikt: politische und familiäre Ränkespiele.
Weiterer Konflikt: religiöse Machenschaften.
Weiterer Konflikt: schlechtes Gewissen und ihre Vergangenheit.
Weiterer Konflikt: Streit mit ihrem Trainer.
Weiterer Konflikt: zu viele Männer.
Dazu haben wir zu viele Völker: Vampire, Sigillengezeichnete, Maginaris (darunter fallen alle Fantasywesen, die man sich vorstellen kann), Mundies (Muggel in anderen Büchern) und Sklaven aus anderen Ländern. Vor allem die letzten drei Fraktionen werden hauptsächlich nur erwähnt und dazu genutzt, um zu zeigen, wie mächtig die ersten zwei sind.
Zu viel Magie: Äthermagie, Sigillenmagie, Vampirkräfte und Maginarikräfte (Da hat jeder seine spezielle Kraft).
- Nebenfiguren werden schlecht eingeführt oder sind nur Mittel zum Zweck. Man liest sich so durch die Geschichte und stolpert plötzlich über einen Namen, den man vorher noch nie gelesen hat, und denkt sich dabei: Woher kommst du jetzt? Dementsprechend hatte ich auch kaum Mitleid, wenn mal eine Nebenfigur starb.
- Die Geschichte widerspricht sich selber.
Der Imperator bestimmt mit Daumen hoch und runter über seine Gladiator:innen. Als Arvelle selber in den Rängen sitzt, erzählt sie uns, dass das sie das Publikum als Kämpferin nur als verschwommene Masse wahr nimmt.
Vampire können Angst riechen, merken aber nicht, wenn sich Arvelle unerlaubt durch die Gänge schleicht.
Arvelles Trainer sagt ihr, dass die Spezialeinheit gerne um Gefallen Karten spielen. Eine Seite später wird dann doch zuerst um Geld gespielt.
Arvelle ist am Anfang der Geschichte bereits sechs Jahre lang Leibwächterin, geht aber im Training beinahe unter.
Es werden brutale Regeln aufgestellt, später teilweise aufgehoben oder durch Ausnahmen oder Einsprüche von Personen aufgelockert.
- Es gibt mindestens eine ungeschickte Benennung.
Der Imperator regiert über sein Imperium. Seine Spezialeinheit heisst Imperius, seine Mitglieder heissen Imperiums, Einzahl Imperium. Kommt das alles auf einer Seite zusammen, habe ich teilweise nicht gewusst, was ich gelesen habe.
- Der Trope Enemies to Lovers ist überflüssig, sowie die Sexszenen.
Gesamt habe ich mir öfters gedacht, dass sich weder die Autorin noch Arvelle in dieser Welt zurechtfinden.
Und noch eine ganz persönliche Meinung zum Cover, ich hätte statt des Greifen das Imperator-Wappen drauf gepappt.