Das Buch Poppy von Astrid Korten ist ein tief bewegendes und zugleich erschütterndes Werk, das sich mit einem sehr sensiblen und schwierigen Thema auseinandersetzt. Es erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das bereits im frühen Kindesalter sexualisierte Gewalt durch ihren Stiefvater erlebt.
Besonders eindrücklich ist die Darstellung der Manipulation. Die Autorin zeigt auf beklemmend realistische Weise, wie Täter vorgehen, Vertrauen missbrauchen und ihre Opfer systematisch beeinflussen. Dabei wird Poppy nicht als schwach dargestellt – im Gegenteil: Sie beginnt als starkes, selbstbewusstes Kind. Gerade dieser Kontrast macht ihren inneren Zusammenbruch umso nachvollziehbarer und tragischer.
Sehr berührend ist auch Poppys langer Weg, den Mut zu finden, über das Erlebte zu sprechen. Dieser Prozess wirkt authentisch und zeigt, wie schwer es für Betroffene sein kann, ihre Stimme zu erheben. Gleichzeitig macht das Buch deutlich, wie sehr es an Unterstützung durch die Erwachsenen in ihrem Umfeld fehlt. Dieses Wegsehen und Nicht-Handeln trägt entscheidend dazu bei, dass die Übergriffe überhaupt stattfinden und fortgesetzt werden können.
„Poppy“ ist keine leichte Lektüre, aber eine wichtige. Das Buch regt zum Nachdenken an und sensibilisiert für ein Thema, das oft im Verborgenen bleibt. Es zeigt, wie wichtig es ist, hinzusehen, zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen.