Marie Menkes Debütroman stürzt sich in Zweifel, Scham und Bedauern der jungen Erwachsenenjahre. Sophie und Lotte waren beste Freundinnen – bis Romy in ihren kleinen Ort zog und auf ihre Schule kam. Fortan waren Lotte und Romy unzertrennlich – bis Lotte in einer Klinik behandelt werden musste. Romy scheint genau zu wissen, was sie vorhat im Leben. Sophie, hingegen wird von Selbstzweifeln geplagt und macht ihre Zukunft von anderen abhängig. In einer Nacht nach dem Abitur und zu Beginn des Studiums in Köln passiert etwas, das die Leben der drei nachhaltig prägt. Was genau das ist, erfahren wir lange nicht, wir merken nur, dass es ein düsteres Geheimnis gibt, das nun, als sie sich mit Mitte zwanzig in ihrem Heimatort wieder treffen, ans Licht zu kommen droht.
Marie Menke wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, ihre Kapitel wechseln ab zwischen «Als Romy ging» und «Vor vier Jahren/Vier Jahre zuvor». Die beiden Fixpunkte im Leben ihrer Protagonistin und Ich-Erzählerin Sophie werden damit bereits deutlich. Die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Realität und Einbildung verschwimmen bei Sophie zudem zwischenzeitlich.
Mir persönlich war die Geschichte zu deprimierend, Sophie als Protagonistin zu passiv, zu fixiert auf die Meinung anderer, ohne eigenen Antrieb. Zwar kann ich das Bedauern nachempfinden, das Sophie beim Gedanken an Freundschaften überkommt, die einmal so zentral in ihrem Leben waren und sich mit den Jahren verloren haben. Aber mir fehlte ein positiver Gegenpunkt.
Ich bin gespannt, was die übrigen Leserinnen meines Buchclubs zum Buch sagen werden, aber ich kann das Buch leider nicht empfehlen.