Ich habe die Bücher von Elsberg bisher gern gelesen bzw. gehört, doch „Eden“ war für mich eine Enttäuschung.
Zwar ist die Grundidee stark – ökologische Kipppunkte und globale Zusammenhänge –, und auch die Recherche wirkt solide. In der Umsetzung bleibt das Ganze jedoch deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Der Sprecher war wirklich hervorragend, hat viel herausgeholt. Trotzdem stand ich etwa vier Stunden vor Schluss vor der Entscheidung abzubrechen, weil sich vieles wie ein endloses Wiederholen anfühlte – übelriechende Meere, gierige Politiker und Industrielle sowie idealisierte „Gutmenschen“, die kopflos Risiken eingehen. Am Ende habe ich es in doppelter Geschwindigkeit zu Ende gehört.
Auch inhaltlich und erzählerisch überzeugt das Buch kaum. Die Figuren bleiben blass und handeln teils unlogisch, insbesondere Linus wirkt mit seiner aufgesetzten Art eher anstrengend als glaubwürdig. Dialoge wirken oft banal, und einzelne Szenen – etwa auf den Galápagos-Inseln – geraten unfreiwillig komisch.
Schwächster Punkt ist für mich die inhaltliche Zuspitzung: Aus einem komplexen Umweltthema wird letztlich eine recht einfache Schuldzuweisung an profitgetriebene Konzerne. Das greift zu kurz.
Unterm Strich bleibt eine interessante Idee, die jedoch in Stil, Figurenzeichnung und Straffung deutlich schwächelt.