The Red Winter von Cameron Sullivan verbindet historischen Stoff mit düsterer Dark-Fantasy und entwickelt daraus eine atmosphärisch dichte, stellenweise sehr explizite Geschichte. Zu Beginn bleibt vieles zunächst bewusst undurchsichtig, wodurch früh ein Sog entsteht: Wer ist Sebastian wirklich? Wie funktionieren Geister und Magie / nach welchen Regeln spielt diese Welt?
Auffällig sind die zahlreichen historischen Anspielungen und Legenden, die nicht nur Kulisse bleiben, sondern für Spannung und Spekulation dienen. Gleichzeitig wird man regelmässig von abrupten Szenenwechseln überrascht mit drastischer Gewalt und einer Sprache, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Das sorgt für Intensität, kann aber je nach Geschmack auch fordernd sein.
Insgesamt bleibt der Roman durch seine Atmosphäre und Komplexität nachhaltig im Gedächtnis. Ich würde das Buch allen empfehlen, die historische Mystik und Dark Fantasy mit “leichten” moralischen Grauzonen mögen.