Cover, Titel und Buchrückentext haben mich neugierig auf die Geschichte gemacht…
Der Schreibstil ist unauffällig, eher nüchtern, etwas distanziert, dennoch irgendwie fesselnd. Dies liegt wahrscheinlich vor allem am speziellen Stilmittel. Erzählt wird nämlich innerhalb des Kapitels aus verschiedenen Ebenen, jedoch immer in der ICH- Form der Protagonistin.
Trotz dieser Perspektive bin ich mit Franca bis zum Schluss nicht warm geworden. Zwar lässt uns die Autorin durch die gewählte Erzählweise tief blicken, dennoch verspürte ich immer eine gewisse Distanz und ich konnte nicht so richtig mitfühlen. Auch die weiteren Charaktere wie Andrew ihr Verlobter, dessen Arbeitskollegen, Francas Freund Harry aus der Vergangenheit oder ihre Mutter waren mir insgesamt nicht unbedingt sympathisch und hinterliessen einen eher blassen Eindruck
Ich mochte diese beklemmende, zeitweise schon fast düstere, deprimierende Atmosphäre und die dauernde unterschwellige Spannung, denn natürlich wollte ich unbedingt wissen, was genau auf der Dinner Party denn nun tatsächlich passiert ist. Von daher hatte der Roman auf mich schon eine soghafte Wirkung, ja fast etwas Thriller ähnliches. Ebenfalls ist erkennbar, wie wichtig der Autorin die Thematik ist und dass sie nachvollziehbar darstellen wollte, wie es überhaupt zu dieser Eskalation an besagten Abend kommen konnte. Trotzdem bin ich nie ins Fühlen gekommen, sondern erlebte die Geschichte eher aus einer beobachtenden Perspektive.
Eine bestimmte Wendung und oder Aufdeckung hat mich zwar überrascht, wäre für mich jedoch nicht notwendig gewesen und ich habe auch die Intention nicht verstanden. Ebenfalls gab es immer wieder bestimmte Szenen mit einer Katze, deren Zweck ich erkenne, dennoch empfand ich sie als sehr befremdlich.
Am ödesten waren für mich jedoch diese langweiligen, seitenlangen “ Arbeits- Gespräche” auf der Dinner- Party, die hätte man sich sparen können und es hätte einem nichts gefehlt!
Insgesamt hat der Roman bei mir leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen weshalb ich
3 Sterne vergebe.