Kamelienhaus, Band 2: Lucinde „Lucy“ Riwall ist Geschäftsführerin der Kamelienöl-Manufaktur auf der japanischen Insel Soshima. Ihr ist bewusst, dass sie eine grosse Last geschultert hat, denn so viele Menschen sind von ihr abhängig. Die Bank sitzt ihr im Nacken – sie muss das marode Unternehmen im Schnellzugstempo sanieren. Sie denkt immer wieder mal an Finn und fragt sich, ob sie je wieder zusammenkommen. Aber für solche Sehnsüchte bleibt aufgrund der vielen Arbeit keine Zeit. Und dann ist da das Jubiläumsfest des elterlichen Betriebes auf der Kamelieninsel in der Bretagne. Auch für ihre Mutter gibt es geschäftlich einige Stürme zu überstehen…
Erster Eindruck: Ein schönes Cover mit Berg, Wasser und Kirschblüten – gefällt mir sehr gut.
Dies ist Band 2 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Da es bei mir erst drei Wochen seit der Lektüre von Band 1 her ist, war ich gleich wieder in der Geschichte drin.
Lucys Aufgabe ist gigantisch: Als noch junge Geschäftsführerin muss sie den vor der ausländischen Übernahme geretteten Betrieb schnellstens in die schwarzen Zahlen bringen. Nicht alle trauen ihr dies zu. Sie arbeitet so viel, dass wenig Zeit zum Zweifeln bleibt: Es muss einfach funktionieren! Der Austausch mit ihrer Familie in der Bretagne ist für Lucy sehr wichtig, denn einerseits ist ihre Familie in der gleichen Branche und andererseits sind ihre Eltern erfahrene Geschäftsleute. Lucy denkt oft an Finn und fragt sich, ob es eine gemeinsame Zukunft geben kann. Er meint, sich beweisen zu müssen und dass er sich erst dann wieder mit Lucy treffen kann, wenn er sein Leben „auf die Reihe“ bekommen hat. Diese Geheimniskrämerei führt zu Unsicherheiten und Spannungen. Hat ihre Liebe überhaupt eine Chance? Sie senden sich über lange Zeit nur Fotos von Brücken – warum sie dies machen, verrate ich nicht. Manche mögen dies als romantisch empfinden, mich hat es zunehmend gestört.
Das Buch hat sich wiederum flüssig lesen lassen. Die Herausforderung war für mich auch dieses Mal, die zahlreichen Protagonisten korrekt zuzuordnen; glücklicherweise gibt es in den Umschlagklappen Personenlisten. Des Weiteren gibt es ein Glossar mit japanischen, französischen oder englischen Ausdrücken. Überraschend fand ich die rege Reisetätigkeit der Personen aus Frankreich und Japan. Die jeweiligen Reiseziele sind nicht gerade nahe beieinander… Interessant waren die Einblicken in die japanische Kultur. Für mich ist klar, dass ich meine zuweilen sehr direkte Art ziemlich „runterschrauben“ müsste, um nicht überall anzuecken. Aber das wäre wohl für viele Europäer:innen ein grosser Lernprozess. Am besten gefallen haben mir Lucys Halbbruder Noah und Lili. Von mir gibt es 4 Sterne und ich freue mich auf Band 3 (ist schon lange vorbestellt).