Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Es hat grosse Freude bereitet, es zu lesen, und stellenweise konnte ich es kaum mehr aus der Hand legen. Die Geschichte sowie das zugrunde liegende Thema empfand ich als äusserst spannend und fesselnd. Bereits ab den ersten Seiten war ich ganz in den Bann des Buches gezogen. Besonders der Anfang hat mich begeistert und sofort gepackt.
Gegen Ende hatte ich jedoch teilweise das Gefühl, etwas verpasst zu haben, da die Zeitsprünge stellenweise sehr gross waren. Ich hätte mir an gewissen Punkten ausführlichere und detailliertere Schilderungen gewünscht. Zudem hatte ich das Empfinden, die einzelnen Charaktere gegen Schluss hin weniger gut zu kennen, da vieles sehr schnell voranging. Hier hätte ich mir mehr Tiefe und Raum gewünscht.
Auch wenn es vielleicht nicht allen Leserinnen und Lesern gefallen hätte, fände ich es spannend, wenn die Geschichte noch eine unerwartete Wendung genommen und die Perspektiven von Recht und Unrecht noch stärker hinterfragt worden wären.
Besonders bewundernswert finde ich, dass das Buch zum Nachdenken anregt. Es wirft wichtige Fragen auf: Wie oft hört man von Ereignissen, bei denen für Aussenstehende nicht klar ist, wer die Wahrheit sagt? Wie hätte man selbst in einer solchen Situation reagiert z. B. als betroffene Person, als Mutter, Vater, Geschwister, Klassenkameradin oder Nachbar?
Das Buch zeigt eindrücklich, wie viel Gewicht Worte haben können und wie viel sie bewirken oder auch zerstören können. Insgesamt ist es ein Werk, das ich gerne weiterempfehle. Auch eine Verfilmung könnte ich mir sehr gut vorstellen.
Ebenso würde ich es spannend finden, wenn es Fortsetzungen gäbe, die sich stärker mit den Geschichten der Nebenfiguren befassen. Sollte ich erneut auf ein Buch dieser Autorin oder dieses Autors stossen, würde ich es auf jeden Fall wieder lesen. Vor allem aus Neugier darauf, welches Thema aufgegriffen wird und wie es umgesetzt ist.