Kingdom of Lies – Band 2 von Stacia Stark setzt die Geschichte von Prisca konsequent fort und bleibt dabei ein klassisches Fantasybuch mit Romantasy-Anteilen. Der zweite Band knüpft direkt an die Ereignisse des Auftakts an und vertieft sowohl die Handlung als auch die Welt, in der sich Prisca bewegt.
Inhaltlich überzeugt vor allem die Weiterentwicklung des Worldbuildings. Die Welt gewinnt spürbar an Komplexität, ohne dabei überfordernd zu werden. Machtstrukturen, Zusammenhänge und Hintergründe werden erweitert und fügen sich stimmig in das bereits Bekannte ein. Die Geschichte bleibt spannend erzählt, mit einem guten Gespür dafür, wann neue Informationen preisgegeben werden müssen. Prisca steht weiterhin klar im Zentrum, und ihre Entwicklung wirkt nachvollziehbar und konsequent.
Auch die Beziehung zwischen Prisca und Lorian ist grundsätzlich schlüssig angelegt. Ihre Verbindung fühlt sich emotional glaubwürdig an und fügt sich organisch in die Geschichte ein. Gerade auf dieser Ebene funktioniert der Roman gut und trägt zur emotionalen Tiefe der Handlung bei.
Kritisch sehe ich jedoch den Umgang mit den expliziten erotischen Szenen. Diese wirken häufig erzwungen und für die eigentliche Geschichte nicht notwendig. Es entsteht stellenweise der Eindruck, als hätte die Autorin ihrer Fantasy-Erzählung allein nicht ganz vertraut und müsse diese durch explizite Erotik zusätzlich aufladen. Dabei zeigt das Buch an anderen Stellen sehr gut, dass Andeutung und Atmosphäre oft wirkungsvoller sind als Ausführlichkeit. Gerade hier hätte mehr Zurückhaltung der Geschichte gutgetan und dem Fantasy-Aspekt mehr Raum gelassen.
Unterm Strich ist Kingdom of Lies – Band 2 eine solide und spannende Fortsetzung mit einer starken Welt und einer gut geführten Handlung. Die Geschichte trägt sich durch ihre Fantasy-Elemente und ihre Figuren, nicht durch ihre expliziten Szenen. Würde die Reihe hier mutiger auf ihre eigenen Stärken setzen, hätte sie für mich deutlich mehr Potenzial.