Es soll definitiv sein letztes Buch sein, meint Barnes und geht den Erscheinungen und Formen der Erinnerung nach. Was wäre, wenn man sich haargenau an jedes Detail seines Lebens erinnern könnte, aber auch gar nichts vergessen könnte? Und wenn man die Erinnerung wegnehmen würde, was würde dann von der Identität noch bleiben? Es ist weder Roman noch Essay noch Biografie, es sind Gedanken zum Älterwerden, zum Loslassen, aber auch zu Erlebnissen mit Freunden. Besonders geht er der Frage nach, wie er Stephen und Jean im Abstand von 40 Jahren zweimal zusammenbrachte, und sie sich dann doch trennten. Und so stellt er mit Proust fest, dass «die Erinnerungen, die sich zwei Menschen voneinander bewahren, sogar in der Liebe, nicht dieselben sind». Und er bemerkt, «dass jeder und jede von uns etwas Anderes meint, wenn wir von Liebe und Glück sprechen». Nüchtern beschreibt er sein Altern, und dass er mit seiner Krebserkrankung weiterleben und schlussendlich sterben wird. «Du darfst ruhig alt sein, aber du darfst dich nicht benehmen wie ein alter Mensch».
Eine eigenwillige Bestandsaufnahme eines erfolgreichen Schriftstellers, lesenswert.