Der Roman “HAZEL SAGT NEIN” von Jessica Berger Gross erzählt eine Geschichte über den Mut sich gegen übergriffiges Verhalten zu wehren: Die 18jährige Schülerin Hazel, die mit ihrer Familie frisch in die Stadt gezogen ist, wird an ihrem ersten Schultag vom Schulleiter in seinem Büro ausgewählt, mit ihm Sex zu haben. Doch sie sagt “NEIN”. Damit beginnt die Geschichte von Hazel, die damit wahrlich einen Stein ins Rollen bringt. Ein spannender Roman, welcher die vielen unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten beleuchtet und zeigt wieviel Schmerz aber auch Kraft in der Geschichte steckt. Jeder einzelne Person, ob Vater, Mutter, Bruder aber auch Ehefrau und Tochter des Täters erleben die Auswirkungen des "NEIN"s auf ihre Weise und werden dadurch unterschiedlich beeinflusst. Ein schockierendes Thema, dass sich durch den einfachen Schreibstil erstaunlich leicht liest und am Ende doch überrascht.
Mich hat das Buch von Anfang an mitgenommen. Durch die Erzählung aus den verschiedenen Perspektiven wird besonders deutlich, wie weitreichend die Auswirkungen solcher Ereignisse sind und wieviele Menschen im Umfeld der beteiligten Personen betroffen sind. Besonders fand ich, dass auch die Perspektiven der Ehefrau Agatha und der Tochter Gracie beschrieben wurden, die im Prinzip auch auf eine Art Opfer sind.
Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt. Zur Mitte hin, fand ich die Handlung für einen Moment etwas flach, was sich aber im der zweiten Hälfte erstaunlicherweise wieder gelegt hat und doch ein anderes Ende fand, wie zunächst gedacht.
Das Buch macht Mut, weil es zeigt, dass es möglich ist, aus vermeintlich aussichtslosen Situationen am Ende gestärkt hervor zu gehen.
Alles in allem eine klare Leseempfehlung.