Der Gott des Waldes von Liz Moore hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Bereits das zweite Kind der Van Laars verschwindet. Zufall oder Kalkül? Auch wenn nicht genau geklärt ist, was mit Bear Van Laar vor all den Jahren passiert ist und das Verbrechen nie aufgeklärt wurde, sind sich alle sicher, dass er tot ist. Als nun auch seine Schwester verschwindet, werden alte Wunden wieder aufgerissen, und eine Vielzahl an Informationen und Hinweisen kommen ans Licht. Dass die beiden Fälle in einigen Aspekten identisch sind, macht die Suche nach Barbara Van Laar nicht gerade einfacher.
Liz Moore versteht es meisterhaft, die verschiedenen Erzählstränge zu jonglieren. Ständig wechselt die Perspektive, und es wird zwischen der Vergangenheit, Bears Verschwinden und Barbaras Verschwinden hin und her gesprungen. Man muss sich darauf einlassen können und vor allem wachsam beim Lesen sein, damit man nicht plötzlich Fakten und Ereignisse vermischt. Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, und die Familiensaga entfaltet sich in einer spannungsgeladenen Geschichte vor den Augen des Lesers. Auch die Tatsache, dass die Handlung in einem abgelegenen Feriencamp im Wald spielt, trägt zur erschreckenden, aber gleichzeitig passenden Atmosphäre bei.
Ich habe das Buch sehr genossen. Die Handlung ist über weite Strecken schlüssig. Es gibt jedoch das eine oder andere kleine lose Ende, das nicht ganz sauber abgeschlossen wurde. Insgesamt finde ich die Auflösung jedoch gut gemacht und nachvollziehbar.
Wer einen Krimi sucht, der nicht blutig ist, aber dennoch einiges an Geheimnissen und eine spannende Familiensaga bietet, wird mit diesem Buch sicher fündig. Mich hat es gut unterhalten, und ich war ziemlich froh, weit entfernt von irgendwelchen Wäldern zu sein.