Der Roman spielt in den frühen 1950er Jahren. Eilis lebt mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester Rose in Irland. Ihre Schwester hat eine Anstellung, mit der sie die Familie über die Runden bringen kann. Der Vater ist früh verstorben. Als sich Eilis, durch einen Pfarrer vermittelt, in Amerika eine Anstellung antreten zu können und in dessen Gemeinde auch einen Bezugspunkt zu finden, ergreit sie die Möglichkeit. Die Überfahrt auf See, die neue Stelle, das Wohnen bei einer “Schlummermutter”, die mehreren jungen Frauen Pension bietet, sind die ersten Eindrücke, die man miterleben kann. Das Heimweg, das Einleben und sich langsam heimisch fühlen. Dazu trägt auch die Bekanntschaft mit einem jungen Mann bei, die sich entwickelt. Eilis ist gefordert, ihr Leben in die Hand zu nehmen, sie muss Entscheidungen treffen, die ihr nicht einfach fallen - so wie es das Leben mit sich bringt.
Colm Tóibín hat einen für mich sehr angenehmen Schreibstil. Seine Erzählung ist still, unaufgeregt und geht gerade in dieser ruhigen Art nah. Man kann sich in die damalige Zeit, in die Situationen, in denen Elilis zwiespältig ist einfühlen. Dass die Geschichte nicht einfach vorhersehbar ist, macht sie für mich um so wertvoller. Eine angenehme Lektüre.
Die englischsprachige Ausgabe fand sehr gut und leicht zu lesen.