„Jeder in dieser Stadt glaubt, ich sei eine Mörderin. Und das Problem ist: Ich weiß selbst nicht, ob sie recht haben.“
Worum geht es?
Lucy Chase kehrt nach Jahren in ihre texanische Heimatstadt zurück – den Ort, an dem ihre beste Freundin Savvy vor Jahren ermordet wurde. Lucy wurde damals blutüberströmt neben der Leiche gefunden, kann sich aber an nichts erinnern. Die Polizei konnte ihr nie etwas nachweisen, doch die Dorfgemeinschaft hat ihr Urteil längst gefällt. Jetzt rollt ein berühmter True-Crime-Podcaster den Fall neu auf, und Lucy muss sich der Frage stellen: Ist sie ein unschuldiges Opfer oder eine eiskalte Lügnerin?
„Ich bin nicht sicher, ob ich eine gute Person bin. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich keine Mörderin bin. Wahrscheinlich.“ — Lucy Chase in „All Your Pretty Lies“
Warum man dieses Buch kaum aus der Hand legen kann
Was diesen Thriller so erfrischend macht, ist die Hauptfigur Lucy. Im Gegensatz zu vielen überzeichneten Helden in diesem Genre wirkt sie wie eine „stinknormale“ Frau, in deren Gedankenwelt man sich sofort wiederfindet. Ihre sarkastische Art und ihre Unsicherheit machen sie greifbar und menschlich. Man ertappt sich dabei, wie man mit ihr mitfühlt, obwohl man im Hinterkopf immer die quälende Frage hat: Hat sie es getan?
Der Mix aus klassischer Erzählperspektive und den eingebauten Podcast-Elementen sorgt für ein extrem hohes Tempo. Amy Tintera versteht es meisterhaft, falsche Fährten zu legen.
Mein Fazit
Besonders beeindruckt hat mich das Rätselraten, das bis zur letzten Seite anhält. Es ist kein Buch, bei dem man nach der Hälfte schon weiss, wie der Hase läuft. Wer einen Thriller sucht, der ohne unnötige Klischees auskommt, eine herrlich authentische Protagonistin bietet und Spannung bis zum finalen Enthüllungsmoment garantiert, sollte hier unbedingt zugreifen.