Der Roman “Stolz und Vorurteil” von Jane Austen wird zurecht als Klassiker gewertet. Da ich annehme, dass den meisten Leser:innen meiner Rezension die Handlung grob bekannt ist, verzichte ich auf eine ausführliche Handlungsangabe. Auch heute begeistern mich die Protagonist:innen Elizabeth Bennett und Fitzwilliam Darcy, welche ich bisher nur aus der Buchverfilmung aus dem Jahre 2005 kannte. Die Sprache ist überraschend leicht verständlich, was sicherlich auch der neuen Übersetzung geschuldet sein könnte. Zudem befindet sich im Anhang ein Glossar, welches typisch englische Bezeichnungen oder Gepflogenheiten aus der Zeit Jane Austens erläutert. Das hat mir bei der Lektüre geholfen und ich fand es spannend, die Ergänzungen zur Lektüre zu lesen. Auch das Nachwort fand ich spannend und ich habe es gerne abschliessend für die Vervollständigung meines Leseerlebnisses von “Stolz und Vorurteil” gelesen.
Elizabeth als Protagonistin ist mir sehr sympathisch, da sie sich nicht alles von ihrem Umfeld gefallen lässt und dadurch sehr modern wirkt. Sie ist in ihren Überzeugungen nicht so wankelmütig wie andere Figuren im Buch, was Vor- und Nachteil ist. So braucht sie lange, um ihre einst getroffenen Vorurteile anderen Figuren gegenüber zu hinterfragen und jene Figuren in einem neuen Licht zu betrachten.
Obwohl der Roman mit 486 Seiten eher umfangreich ist, liest er sich eher schnell. Die meisten Kapitel sind nicht umfangreich und auch die längeren Kapitel schrecken nicht ab, da die Handlung dann bereits fortgeschritten ist.
Im Roman werden viele Figuren eingeführt und es kann sich lohnen während der Lektüre eine kleine Übersicht anzuschauen, wer wie genau mit wem verwandt und bekannt ist. Auch dass die älteste Tochter, in diesem Fall Jane Bennett, einfach Miss Bennett genannt wird, hat mich bei der Lektüre irritiert. Nach meiner Auffassung würden alle fünf Töchter Miss Bennett heissen. Dieses Vorrecht besitzt jedoch nur die älteste Tochter. Wenn von Elizabeth die Rede war, stand folglich immer Miss Elizabeth Bennett und ihre ältere Schwester war Miss Bennett. Das wird im Glossar zum Glück erklärt, aber es hat trotzdem eine Weile gedauert, bis ich es verstanden habe. Insbesondere da Jane auch eine zentrale Figur in der Romanhandlung ist.