Ganz ehrlich: ich war zunächst skeptisch. Koreanische Mythologie, ein Markt der nur im Regen existiert, eine sprechende Katze – das klang für mich erstmal nach einem Jugendbuch, das ich vielleicht “nett” finden würde, aber nicht wirklich “brauche” in meiner aktuellen Lebenssituation. Mit und nach dem Lesen hat sich meine Meinung allerdings verändert - und: Herzlichen Dank an den Book Circle!
Serin, die Hauptfigur, wächst in schwierigen Verhältnissen auf und bekommt irgendwann die Möglichkeit, ihr Leben gegen ein besseres einzutauschen. Auf dem Regenzaubermarkt darf sie durch Murmeln schauen und sehen, wie ihr Leben anders aussehen könnte. Klingt schon besser, dachte ich, oder? Aber natürlich ist es komplizierter als das. Jedes mögliche Leben hat seinen Preis, seine Kehrseite. Und je länger Serin sucht, desto mehr fragt sie sich, was sie eigentlich wirklich will.
Und dann ist da Isha, die Katze. Als bekennende Katzenliebhaberin war ich natürlich sofort hellwach. Isha ist genau so, wie Katzen eben sind: eigenwillig, manchmal unberechenbar, tut was sie will – und ist trotzdem genau im richtigen Moment da. Oder vielleicht gerade deswegen. Ich habe sie geliebt.
Die Dokebis, Kreaturen aus der koreanischen Mythologie, sind anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Ich wusste nicht recht, was ich mit ihnen anfangen soll. Aber das hat sich nach der Zeit gelegt. Es entstand immer mehr ein “rundes Bild” aller Figuren und Umstände.
Manchmal findet ein Buch einen genau dann, wenn man es braucht. Dieses hat mich überrascht – und ich bin froh darüber, dass ich es gelesen habe. Der Regenzaubermarkt ist eines der Bücher, von denen ich mir vorstellen kann, dass jeder Leser und jede Leserin seinen/ihren eigenen Zugang findet und für sein/ihr Leben eigene Schlüsse daraus zieht - ohne dass das Buch etwas “Oberlehrerhaftes” hätte. Es ist wunderschön.