Judith Hoerschs Roman folgt vier Frauen über mehrere Jahrzehnte – verbunden durch Familiengeheimnisse, das Schweigen um Herkunft und die Frage, wohin man gehört. Die Sprache trägt den Roman: sie ist ruhig, atmosphärisch, mit einem Gespür für Stimmung.
Doch der Roman nimmt sich viel vor. Viele Figuren, Zeitebenen und Themen wollen auf engem Raum erzählt werden – und bekommen dadurch nie genug Luft. Was berühren könnte, bleibt dadurch an der Oberfläche; echte Überraschungen oder Wendungen gibt es einzig am Schluss.
Wer gerne Romane über menschliche Schicksale liest und gerne schöne Sprache geniesst ist bei Niemands Töchter am richtigen Ort. Wer sich eine tiefe Ergründung von Themen und spannende Wendungen könnte enttäuscht werden.