💬: Mit Die Weisse Nacht entführt Anne Stern in den Hungerwinter 1946/47 – eine Zeit, in der der Krieg zwar vorbei, aber noch lange nicht aus den Köpfen verschwunden ist.
Als die Fotografin Lou Faber in den Ruinen Berlins eine tote Frau entdeckt, wird sie unfreiwillig Teil der Ermittlungen von Kriminalkommissar König. Was zunächst wie ein einzelner Mord wirkt, führt schnell zu einer dunkleren Spur, die tief in die Vergangenheit reicht.
Besonders stark fand ich die Atmosphäre des Buches. Die Kälte, der Hunger und die Hoffnungslosigkeit sind sehr eindrücklich beschrieben. Es geht um das Leben in einer Zeit, in der viele versuchen zu überleben und gleichzeitig mit den Schatten der Vergangenheit kämpfen.
Lou mochte ich von Anfang an sehr. Ihre Neugier, ihre Leidenschaft für die Fotografie und ihr Gespür für Details machen sie zu einer spannenden Protagonistin. König wirkt zunächst distanzierter, doch je mehr man über ihn erfährt, desto greifbarer wird auch er.
Der Kriminalfall selbst entwickelt sich langsam und nimmt sich Zeit für Atmosphäre und Nebenhandlungen. Gerade am Anfang war ich deshalb durch die vielen Perspektiven teilweise etwas verwirrt. Gleichzeitig trugen genau diese vielen Geschichten dazu bei, die Welt und die Zeit, in der das Buch spielt, greifbarer zu machen.
❄️ Fazit:
Die Weisse Nacht ist ein atmosphärischer historischer Krimi, der mit vielseitigen, starken Figuren und einen eindrucksvollen Blick auf die Nachkriegszeit überzeugt.
⭐️⭐️⭐️⭐️✨ – für einen bewegenden und vielversprechenden Auftakt von Lou & König.