Wieder hat mich dieses Buch in den Irak geführt, genau wie es vor kurzer Zeit In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied getan hat. Dieses Mal stehen jedoch nicht die Juden im Zentrum, sondern muslimische Gläubige. Diese “andere” Sicht, die eben doch nicht so anders ist, hat mich sehr berührt - es leiden eben alle, unabhängig welcher Religion man angehört. Und auch hier ist beeindruckend beschrieben, wie ein ganz normaler Alltag auf den Kopf gestellt wird, plötzlich Furcht und Unsicherheit herrscht.
Eine mitreissende Parabel: ja, genau so habe ich es empfunden. Die Verbindung zu den Tauben als Symbol des Friedens, der Freiheit, für Noah auch ein Anker in einer Zeit des Umbruchs, fand ich wunderbar eingewoben. Und schlussendlich ist der Titel “Der letzte Sommer der Tauben” perfekt getroffen. Als Vogelfan fand ich überhaupt die ganzen Passagen rund um das Taubenzüchten sehr spannend und liebevoll erzählt, denn Noah hat jeder Taube einen Namen gegeben. Für mich ein absolut lesenswertes Buch!