Dieses Buch erinnert mich an Stephen Kings «The Stand». Das nahe Zukunft-Szenario fühlt sich bedrohlich an. Beängstigend realistisch sind Hitze, Wasserknappheit und die Aussicht auf Nahrungsknappheiten in einer aggressiven politischen Spannung mit einer rechts gerichteten Politik.
Die Welt wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Die Rahmenbedingungen haben sich fundamental geändert. 2055 ist ein Meisterstück, wie sich die gegenwärtige Situation in 30 Jahren zum Negativen entwickeln könnte.
Der Genre-Mix sprengt alle Grenzen, so wird Climate-Fiction, Sci-Fi, Dystopie mit biblischem Antagonisten und Gesellschaftskritik vermischt. Ein zutiefst menschlicher Roman, in dem die Protagonisten sich in einer feindseligen Welt behaupten müssen.
Aber Achtung Ladies: It’s a man’s world. Die Frauencharaktere werden ausschliesslich durch Männeraugen dargestellt. Das widerspiegelt ebenfalls die angenommene gesellschaftliche Entwicklung.
Eine abgeschlossene Auflösung enthält dieser Band nicht. Vielmehr bereitet er die Bühne für das, was in den folgenden Teilen entfaltet wird. Dennoch hat mich die Story so gepackt, dass ich sofort den zweiten Band verschlingen möchte. Der Schreibstil ist angenehm und die Story entwickelt eine Sogwirkung.