“Im Tal der Mammuts” von Chuck Groenink nimmt uns mit in eine längst vergangene Welt und zeigt uns den Tag im Leben eines Steinzeitjungen.
Die Geschichte beginnt mit einer Neandertalerfamilie, die nach einem langen Marsch in einer Höhle Rast macht. Für die Erwachsenen ist der Tag vorbei, doch für den kleinen Jungen beginnt das Abenteuer erst richtig. Neugierig verlässt er die Höhle und streift durch das weite Tal. Er spürt das Gras unter seinen Füssen, beobachtet Käfer, entdeckt eine Mammutherde und sieht einen Bären beim Beerenfressen. Alles wird mit grosser Ruhe und viel Gefühl erzählt. Man merkt sofort, dass hier nicht die Handlung im Vordergrund steht, sondern das Erleben. Als der Junge an einem Fluss plötzlich einem anderen Kind begegnet, einem Menschenjungen, entsteht ein stiller, besonderer Moment. Die beiden schauen sich an, staunen, winken sich zu und gehen wieder ihrer Wege. Diese kurze Begegnung wirkt lange nach und zeigt, wie nah sich Wesen sein können, auch wenn sie verschieden sind.
Was mich an diesem Bilderbuch besonders begeistert hat, ist die Atmosphäre. Chuck Groenink schafft es, mit wenigen, fast poetischen Worten eine ganze Welt zu öffnen. Die Sprache ist reduziert, beinahe fragmentarisch, und passt wunderbar zur Zeit, in der die Geschichte spielt.
Die Illustrationen sind ein echtes Highlight. In warmen, erdigen Farben zeigen sie eine unberührte Natur voller Leben. Licht, Schatten und Perspektiven wechseln und laden zum genauen Hinschauen ein.
Sehr schön finde ich auch den informativen Anhang des Autors, der Sachwissen zur Steinzeit kindgerecht ergänzt. So verbindet dieses Buch Geschichte, Gefühl und Wissen auf eine ganz natürliche Art.
Fazit:
Für mich ist “Im Tal der Mammuts” ein ruhiges, eindrückliches Bilderbuch über Entdeckerlust, Familie und die Verbindung zwischen Menschen. Ein wunderbares Vorlesebuch ab etwa vier Jahren, das zum Staunen und Fragen einlädt