Dieses Buch führt uns hinter die Theatervorhänge am Broadway. Wir begeben uns in die Garderoben der Schauspieler und begleiten diese auf die «Bretter, die die Welt bedeuten». Wir hören Gesprächen zwischen den Theaterleuten vor der Probe zu und lernen, dass die Nervosität vor den Auftritten zum Beruf dazugehört.
Es führt uns auch in die persönliche Gedankenwelt eines sich in Scheidung befindenden erfolgreichen Filmschauspielers. Dieser bereitet sich auf seine erste Theatervorstellung des Shakespeare-Stückes, Heinrich IV, vor.
Die Geschichte ist eine Liebeserklärung ans Theater. Sie zeigt eine Welt, die für Aussenstehende meist verborgen bleibt. Ganz theatergerecht sind die Kapitel in nummerierte Akte und Szenen gegliedert.
William Hardings Privatleben gestaltet sich schwierig. Nach einem Seitensprung träumt er davon, dass seine Frau, eine gefeierte Sängerin, zu ihm zurückkehren wird. Er will bewundert werden, ist gefallsüchtig und hält sich für den Grössten. Jedoch muss er im Laufe der Story zahlreiche Rückschläge einstecken. Seinen Kummer über die Ungerechtigkeiten in seinem Leben ertränkt er regelmässig in Whiskey und Sex.
Sein Rettungsanker ist sein geliebtes Theater. Hier lebt er seine Leidenschaft. Hier vergisst er die Realität und geht in seiner Rolle als Rebell gegen den König voll auf. Der Drahtseilakt zwischen seiner zerrütteten Ehe und den nervenaufreibenden Proben schlägt ihm auf die Gesundheit. So versagt ihm einerseits zeitweise die Stimme, andererseits steht er nach einer Operation gleichentags wieder auf der Bühne.
Schafft er es, sein Leben in ruhigere Bahnen zu lenken und sein ungewolltes Single-Dasein als unabkehrbare Wendung anzunehmen?
Für Fans des Schauspielers Ethan Hawke ein absolutes Lese-Muss, für Theaterliebhaber sowieso. Wer seine tiefgründigen Dialoge in seinen Filmen kennt und schätzt, wird auch hier von der Story und der flüssigen Erzählweise in Ich-Form begeistert sein. Er versteht es meisterhaft, uns an Hardings spektakulären Höhenflügen, aber auch an seinen grauenvollen Abstürzen teilzuhaben. Das Buch ist mit seinen philosophischen Einwürfen ein heller Lichtstrahl im Bücherregal.
Einziger Kritikpunkt sind einige Grammatik- und/oder Rechtschreibfehler im Buch.