Der Einstieg in das Buch ist packend und flüssig geschrieben. Schon auf den ersten Seiten passiert einiges, so dass man schnell in die Geschichte eintaucht. Besonders spannend ist, dass man gleich mehrere Frauenfiguren kennenlernt, die ganz unterschiedlich wirken und jeweils ihre eigene Geschichte und Perspektive mitbringen. Das macht den Anfang lebendig und vielschichtig. Und die Mutter-Tochter-Beziehung nimmt bei allen Frauen eine zentrale Rolle ein, so wie es die Buchumschlagseite verspricht.
Die Zeit- und Perspektivenwechsel sind bereichernd. Zwar muss man am Anfang etwas aufmerksamer lesen, um sich zu orientieren, aber gerade das macht die Lektüre interessant. Dieses allmähliche Ineinandergreifen erzeugt Spannung, weil man ständig beginnt neue Verbindungen zu entdecken und Zusammenhänge herzustellen.
Das Leben von Marie fand ich unglaublich berührend – vom Anfang bis zum Ende. Vor allem das Ende ging mir nahe.
Jedoch einen Kritikpunkt muss ich anbringen: Das Happy End wirkte auf mich etwas zu kitschig. Einige Situationen erschienen mir fast zu perfekt und war für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten. Und dennoch tut es gut zu wissen, dass alle Frauen es ehrlich und gut meinten und stets ihr Bestes gaben.
Und die Männer kommen in dieser Geschichte insgesamt nicht besonders gut weg. Gerade deshalb ist es umso schöner zu lesen, dass die Frauen durchweg starke und mutige Persönlichkeiten sind, auch wenn es das Leben – oder die Männer – oft nicht gut mit ihnen meinten.
Es ist eine emotionale und zugleich spannende Geschichte über Frauen, die ihren eigenen Weg gehen und für sich und ihre Töchter kämpfen.