Im Buch «Schattentaten» versammelt eine erfahrene Gerichtsjournalistin 21 wahre Kriminalfälle aus der Schweiz. Diese langjährige Nähe zu den Gerichtsverhandlungen verleiht den Geschichten eine besondere Authentizität und Glaubwürdigkeit.
Jeder einzelne Fall wirft Fragen auf und regt zum Nachdenken an. Manche der geschilderten Ereignisse hallen noch lange nach und lassen einen auch Tage später nicht ganz los. Gerade weil es sich um reale Verbrechen handelt, entfalten die Geschichten eine eindringliche Wirkung.
Die Fälle sind kurz und sachlich beschrieben. Die nüchterne Sprache verzichtet bewusst auf Dramatisierung; die Autorin überlässt es den Leserinnen und Lesern, sich selbst eine Meinung zu bilden. Manchmal hätte ich mir etwas mehr Details gewünscht, um die Zusammenhänge und die Hintergründe noch besser zu verstehen. Gleichzeitig liegt gerade in dieser Knappheit auch eine Stärke: Das Wesentliche steht im Vordergrund.
Das Buch zeigt menschliche Abgründe in ihrer ganzen Bandbreite. Beim Lesen musste ich immer wieder innehalten, denn einige der Fälle haben mich sehr nachdenklich gestimmt.