Die Lesenden begleiten Josef Lautenbacher, seit kurzem pensioniert, dabei den neuen Lebensabschnitt zu gestalten, ihm einen Sinn zu geben. Als Buchhändler hat er seinen Tag so gestaltet, wie er wollte. Nun möchte ihn seine Frau vermehrt zu gemeinsamen, ihm aber verhassten Unternehmungen und Tätigkeiten zwingen. Das gefällt Josef überhaupt nicht. So sucht er im fiktiven Nimmerach am Jura Südfuss einen Ort, wo er Luise sicher nicht begegnet und findet ihn im dortigen Bahnhofbuffet. Hier kann er in Ruhe seinen Gedanken nachhängen und sie festhalten.
Als Luise für ihren runden Geburtstag und seinen 65. ein gemeinsames Fest zu planen beginnt, wird es Josef zu viel. Er sucht nach Fluchtmöglichkeiten und muss sich dazu aus seiner Komfortzone bewegen und Dinge in die Hand nehmen die er noch nie getan hat, wie zum Bespiel ein Ticket kaufen oder Geldwechseln.
Jürg Beeler erzählt in seinem Roman von den Herausforderung des Rentenerlebens, von Ängsten, der Skepsis vor Veränderungen und der Endlichkeit mit Witz und Ironie, auch bildhaft poetisch. Der schrullige Buchhändler, eine Person wie aus einer andern Zeit, wirkt in seiner Unbeholfenheit sympatisch.
Dank eines Rezensionsexemplares des Verlags konnte ich das Buch im voraus lesen. Ich habe mich sowohl amüsiert als auch ernsthaft Gedanken gemacht über diesen dritten Lebensabschnitt.