Mit «Three Shattered Souls» beendet Mai Corland ihre koreanisch inspirierte Heist-Fantasy-Trilogie rund um fünf Attentäter und ihre gefährliche Mission.
Nach den dramatischen Ereignissen im Hafen von Quu kehrt die Gruppe nach Yusan zurück, wo sich die politische Lage völlig verändert hat: Der Gottkaiser ist gestürzt, ein neuer Herrscher sitzt auf dem Schlangenthron und hat ein hohes Kopfgeld ausgesetzt. Obwohl die Assassinen drei Artefakte des Drachenkönigs besitzen, sind sie weiterhin von Verrat, Intrigen und einer feindseligen Welt bedroht.
Besonders gelungen ist der Blick in die Köpfe der Charakteren. Jeder von ihnen verfolgt eigene Ziele, hütet Geheimnisse und wägt Loyalitäten ab. Dieses ständige Misstrauen verleiht der Geschichte eine unterschwellige Spannung, die bis zum Schluss anhält.
Während wir rasant in die Geschichte einsteigen, verliert sich der Mittelteil stellenweise in Reisen und Intrigen, ohne dass die Geschichte spürbar vorankommt. Erst gegen Ende zieht das Tempo wieder deutlich an und mündet in ein intensives, actionreiches Finale. Emotional hätte ich mir in manchen Schlüsselszenen noch mehr Tiefe gewünscht. Die Bandbreite an Gefühlen ist vorhanden, doch ihr volles Potenzial wird nicht immer ausgeschöpft.
Der Schreibstil bleibt angenehm flüssig und abwechslungsreich. Die kurzen Kapitel und wechselnden Perspektiven sorgen erneut für Dynamik und ein hohes Grundtempo.
Das Ende selbst empfand ich als passend und konsequent, auch wenn nicht jedes Detail vollständig aufgelöst wird und Raum für eigene Gedanken bleibt.
Auch wenn «Three Shattered Souls» meiner Meinung nach der schwächste Band ist, empfehle ich die Trilogie gerne weiter. Wer politische Intrigen und ambivalente Charaktere mag, wird hier auf seine Kosten kommen.